by Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

So reitet man in den Abend hinein
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG FRE
So reitet man in den Abend hinein,
in irgend einen Abend. Man schweigt wieder,
aber man hat die lichten Worte mit.
Da hebt der Marquis den Helm ab.
Seine dunklen Haare sind weich und,
wie er das Haupt senkt,
dehnen sie sich frauenhaft auf seinem Nacken.
Jetzt erkennt auch der von Langenau:
Fern ragt etwas in den Glanz hinein,
etwas Schlankes, Dunkles.
Eine einsame Säule, halbverfallen.
Und wie sie lange vorüber sind, später,
fällt ihm ein, daß das eine Madonna war.

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Confirmed with Rainer Maria Rilke, Werke. Kommentiere Ausgabe in vier Bänden, herausgegeben von Manfred Engel, Ulrich Fülleborn, Horst Nalewski, August Stahl, Band I Gedichte 1895 bis 1910, herausgegeben von Manfred Engel und Ulrich Fülleborn, Frankfurt am Main: Insel Verlag, 1996, page 143.


Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Knut W. Barde) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2022-09-27
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