by Felix Ludwig Julius Dahn (1834 - 1912)

Der Herbstwind braust, der Nebel zieht
Language: German (Deutsch) 
Klage
  Der Herbstwind braust, der Nebel zieht,
  Das Buchlaub fällt, die Schwalbe flieht --:
  O wie schaurig, frostig und trübe! --
  Wo weilt der Geliebte? Wann hallt sein Gang
  Die Heide, die Düne, die Klippen entlang?
  Weine, ja weine, Wallada!

  Sie sitzt am Geklipp, so einsam, so weh,
  Sie blickt in die graue, die grausame See,
  Vergessen, verlassen, verloren:
  Da sah sie zum letzten sein fliegendes Boot:
  Gefangen? -- Versunken? -- Treulos? -- Tot?
  Weine, ja weine, Wallada! --

Erlösung
  Der Lenzwind rauscht, der Himmel glänzt,
  Was wallt in die Bucht, maikranz-bekränzt?
  Ein Schiff mit purpurnem Segel!
  Was tönt so laut das Siegeshorn?
  Was steht so stolz am Bugspriet vorn?
  Jauchze, ja jauchze, Wallada!

  Nicht gefangen, versunken, treulos, tot!
  Nein, König Haralds Schwanenboot
  Holt, hochgeschmückt zur Brautfahrt,
  Dich fort vom Geklipp, von der Einsamkeit:
  Die Hochzeitfackel leuchtet weit:
  Jauchze, ja jauchze, Wallada!

C. Horn sets stanzas 1-2 in (at least) one setting - see below for more information
C. Horn sets stanzas 3-4 in (at least) one setting - see below for more information

About the headline (FAQ)

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2011-07-13
Line count: 26
Word count: 137