by Carl Gärtner (1821 - 1875)

Wie hatt das Gott so schön bedacht
Language: German (Deutsch) 
Wie hatt das Gott so schön bedacht,
Daß er die Wanderburschen macht'? 
Denn wenn kein Wanderbursche wär',
Wo käm' das liebe Wandern her? 

So manche Thäler, manche Höhn,
Sie blieben da so ungesehn;
So mancher schöne deutsche Wald
Würd' ungesehen groß und alt. 

So manches liebe Gläschen Wein
Müßt' da so ungetrunken sein;
So mancher Mund, der kußlich ist,
Blieb' da, o Gott!  --  so ungeküßt.

Als unten ich im Thale ging,
Da pocht's an's Fensterlein:  klingkling! 
Ein holdes Mägdlein schaut' heraus,
Das sah so schmuck und freundlich aus.

Das liebe Mädchenangesicht
Vergeß ich nun und nimmer nicht,
Das füllt mein ganzes Herz mit Weh',
So lang'  --  bis ich ein and'res seh'. 

Drum hat das Gott so schön bedacht,
Daß er die Wanderburschen macht',
Denn wenn kein Wanderbursche wär',
Wo käm' das liebe Wandern her?

About the headline (FAQ)

Confirmed with Gedichte von Carl Gärtner, Breslau: Verlag von F. E. C. Leuckart, 1862. Appears in Lieder, in Im Walde, no. 7, pages 18 - 19.


Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2019-03-19
Line count: 24
Word count: 134