by Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898)

Die Lautenstimmer
Language: German (Deutsch) 
Schlummernd jüngst in Waldesraum,
Hatt ich einen hübschen Traum:
Etwas regt sich in der Hecke,
Etwas klimpert im Verstecke.

Das Gesträuch mit leiser Hand
Teilt ich, bis das Nest ich fand:
Kinder, rings im Grase sitzend,
Mit den hellen Augen blitzend!

Rutschend auf dem nackten Knie,
Stimmten eine Laute sie --
"Sagt, was lagert ihr im Runde?
Sprecht, was schaffet ihr im Bunde?"

Auf das zarte Werk erpicht,
Hörten sie die Frage nicht.
"Seht, wie ist sie zugerichtet!
Wundgerissen! Fast vernichtet!"

Emsig ward geklopft, gespäht,
An den Saiten flink gedreht,
Ließen eine tiefer klingen,
Ließen eine hohe springen --

Endlich klang die Laute rein,
Und die Kinder spielten fein,
Bis ich aus dem Traum erwachte
Und mir seinen Sinn bedachte:

Dumpf entschlummert, jetzo hell,
Ganz ein anderer Gesell!
Was die Kinder ohne Fehle
Stimmten, es war meine Seele!

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

  • by Werner Wehrli (1892 - 1944), "Die Lautenstimmer", op. 22 (Vier Gesänge) no. 1 (1926). [baritone, small mixed chorus, and instrumental ensemble (trumpet, mandolin, glockenspiel, piano, 2 violins, viola, and 2 cellos)] [
     text not verified 
    ]

Researcher for this text: Peter Palmer

This text was added to the website: 2012-06-25
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