by (Gustav) Hermann Kletke (1813 - 1886)

Wenn ich ein Vöglein wär'
Language: German (Deutsch) 
O hätt’ ich so ein Stimmlein frisch
Und so ein Stimmlein klar,
Wie dort die Vöglein im Gebüsch,
Und auch ein Flügelpaar!

Ich flög’ bis in den Himmel auf,
Und säng’, so hell ich kann,
Auf einem Silberwölkchen drauf
Wie froh mein Liedchen dann!

Und fäng bis in die Nacht hinein,
Wie Gott der Herr uns liebt,
Der uns den Morgen- und Abendschein
Wolken und Himmel giebt;

Der Sonne Licht, die Mondesnacht,
Die Blumen und den Wald –
Ich Vöglein sänge so mit Macht,
Daß weit und breit es schallt.

Da riefen alle Leute froh:
Wie das so herrlich klingt!
Es klingt so hell, es klinget so,
Als ob ein Engel singt!

Ach nein, ein Engel bin ich nicht,
Da bin ich viel zu klein,
Ich leuchte nicht mit goldnem Licht
In heller Flügel Schein.

Nur weil ich Gottes Liebe sang,
Klang es so fröhlich euch,
War eines kleinem Vögleins Sang
So hold, so engelgleich.

Confirmed with Kinderlieder von H. Kletke. Ein Festgeschenk für frohe und fromme Kinder, Berlin, Verlag von Carl Heinrich Schultze, 1846, pages 20-21.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Laura Prichard [Guest Editor]

This text was added to the website: 2017-06-01
Line count: 28
Word count: 155