Zwölf Lieder für junge Mädchen, für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by August Wiltberger (1850 - 1928)

Word count: 1051

1. Der Christbaum im Himmel [sung text not yet checked]

   Da droben, da droben muß Christtag es sein,
Es leuchten und flimmern die Lichtelein;
Viel hundert und tausend, ach mehr wohl gar,
Die glänzen am Himmel so hell und so klar!
 
    Dort oben, dort oben wohnt [alle Zeit]1
Christkindchen in himmlischer Herrlichkeit;
Es hat wohl den Engeln in dunkeler Nacht
Ein Bäumchen mit flimmernden Lichtern gebracht.
 
    Dran hängen der goldenen Sternlein so viel
Den freundlichen Engeln ein liebliches Spiel;
Wie werden sich freuen die [Engel]2 heut
Und jubeln und singen in seliger Freud!
 
    Dort oben, dort oben möcht' gerne ich sein
Mich freu'n mit den heiligen Engelein,
Und wandeln im hellen, im himmlischen Saal
Und schauen die flimmernden Lichtlein zumal!

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 23

1 Kern: "allezeit"
2 Kern: "Engelein"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Das Vöglein in der Wiege [sung text not yet checked]

In der [Wiegen]1
Seh ich liegen
Dort ein kleines Vögelein;
Und es streckt sich
Und es reckt sich
In dem Nestchen warm und klein.
 
Leise gehet,
Leise wehet
Durch die Zweige hin der Wind;
Auf und nieder,
Hin und wieder
Schaukelt er das Vogelkind.
 
Unter Zweigen,
Die sich neigen,
Schlummert still das Kindlein traut.
Durch die grünen
Laubgardinen
Sonne nach der Wiege schaut.
 
Und zur Seiten
Singt voll Freuden
Mütterlein ein Wiegenlied,
Und ihr Singen
Und ihr Klingen
Durch den stillen Abend zieht.
 
Vöglein reget
Und beweget
Leis im Schlaf die Flügelein,
Träumt von Fliegen
In der Wiegen
Und von Duft und Sonnenschein!

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 46-47

1 Kern, Wiltberger: "Wiege"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Wanderlust [sung text not yet checked]

O lasst mich weiter zieh'n
 . . . . . . . . . .

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  • by Anonymous / Unidentified Author

4. Am Sonntag [sung text not yet checked]

Des Sonntags, wenn die Sonn' anbricht,
Halt ich's nicht aus daheim;
Muß wandern mit dem Morgenlicht,
Frisch in den Tag hinein. 

Die Käfer singen summ summ summ
Die Vöglein tirili
Die Glocken läuten bim baum bum
Des Sonntags in der Früh.   

Die Bäume rauschen lustig drein
In alter Melodie,
Gott weiß, es kann nie schöner sein,
Als Sonntags in der Früh. 

Es ist, als ob das ganze Land
An Gottes Herz erglüh; 
Als sähe man des Herrn Gewand
Des Sonntags in der Früh. 

Und Alles schaut sich freundlich an
Und grüßt sich dort und hie; 
Drum wandre, wer da wandern kann,
Des Sonntags in der Früh.

Authorship

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Researcher for this text: Melanie Trumbull

5. Des Lilienmädchens Wiegenlied [sung text not yet checked]

Schlafe, Kindlein hold und [weiß]1,
Das noch nichts von Sorgen weiß,
Schlaf in stiller, süßer Ruh,
Thu die kleinen Äuglein zu.

Draußen stehn die Lilien weiß,
Haben allerschönsten Preis,
Droben in der lichten Höh'
Stehn die Englein weiß wie Schnee.

Kommt, ihr Englein weiß und fein,
Wiegt mir schön mein Kindelein,
Wiegt sein Herzchen fromm und gut,
Wie der Wind der Lilie thut.

Schlafe, Kindlein, schlafe nun!
Sollst in Gottes Frieden ruhn;
Denn die frommen Engelein
Wollen deine Wächter sein.

Authorship

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1 Fassbaender, Taubert: "leis" ; Pezold, Quinche, Wesseler: "süß" ; settings marked with red dots below may have further changes not noted above.

Researcher for this text: Harry Joelson

6. Neuer Frühling [sung text not yet checked]

Neuer Frühling ist gekommen,
Neues Laub und Sonnenschein,
Jedes Ohr hat ihn vernommen,
Jedes Auge saugt ihn ein.
Und das ist ein Blühn und Sprießen,
Waldesduften, Quellenfließen,
Und die Brust wird wieder weit,
Frühling, Frühling, goldne Zeit!

Von [dem]1 Felsen in die Weite
Fliege hin, mein Frühlingssang,
Ueber Ströme und Gebreite,
Durch Gebirg und Blüthenhang!
Darf nicht wandern, muß ja bleiben,
Ob's mich ziehn auch will und treiben,
Doch so weit mein Himmel blaut
Singen, singen will ich laut!

Wie die Welt auch wechselnd gehe,
Wie das Schicksal auch mich treibt,
Komme Glück und komme Wehe,
[Fest doch weiß ich was mir bleibt:] 2
Fester Mut der freien Seele
Und die freudge Liederkehle,
Lebenslust und Lebensdrang,
Goldnes Leben im Gesang!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Otto Roquette, Liederbuch, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta’scher Verlag, 1852, pages 215-216

1 Schaffgotsch: "den"
2 Schaffgotsch: "Wenn nur Eines mir verbleibt:"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

7. Wenn ich ein Vöglein wär' [sung text not yet checked]

O hätt’ ich so ein Stimmlein frisch
Und so ein Stimmlein klar,
Wie dort die Vöglein im Gebüsch,
Und auch ein Flügelpaar!

Ich flög’ bis in den Himmel auf,
Und säng’, so hell ich kann,
Auf einem Silberwölkchen drauf
Wie froh mein Liedchen dann!

Und fäng bis in die Nacht hinein,
Wie Gott der Herr uns liebt,
Der uns den Morgen- und Abendschein
Wolken und Himmel giebt;

Der Sonne Licht, die Mondesnacht,
Die Blumen und den Wald –
Ich Vöglein sänge so mit Macht,
Daß weit und breit es schallt.

Da riefen alle Leute froh:
Wie das so herrlich klingt!
Es klingt so hell, es klinget so,
Als ob ein Engel singt!

Ach nein, ein Engel bin ich nicht,
Da bin ich viel zu klein,
Ich leuchte nicht mit goldnem Licht
In heller Flügel Schein.

Nur weil ich Gottes Liebe sang,
Klang es so fröhlich euch,
War eines kleinem Vögleins Sang
So hold, so engelgleich.

Authorship

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Confirmed with Kinderlieder von H. Kletke. Ein Festgeschenk für frohe und fromme Kinder, Berlin, Verlag von Carl Heinrich Schultze, 1846, pages 20-21.


Researcher for this text: Laura Prichard [Guest Editor]

8. Abendlied [sung text not yet checked]

Nun schlafen die Vöglein im Neste,
Nun schlummern die Blüthen am Strauch,
Und unter dem Himmel die Weste,
Horch, horch! sie ruhen nun auch.

Nur droben, da wachen die Sterne
Und singen ihr ewiges Lied,
Das, hallend [aus]1 endloser Ferne,
Leis über die Erde noch zieht.

Und der da von Anbeginn lenket
Das ganze [schimmernde]2 Heer,
Auch deiner liebend gedenket,
Du giltst ihm ja noch viel mehr.

Der segnet die Vöglein und Blüthen,
Und leitet der Winde Hauch,
Der wird auch dich wohl behüten,
So [ruh' im]3 Frieden nun auch!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Evening song", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874, mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 105-106

1 Kienzl: "in"
2 Kienzl: "schlummernde"
3 Kienzl: "ruhe in"

Research team for this text: John Versmoren , Sharon Krebs [Guest Editor]

9. Der liebe Gott hat's treu gemeint [sung text not yet checked]

Flieg' aus, mein Herz, in's Frühlingsland 
Aus Deiner dunklen Kammer! 
Ein heller Strahl, von Gott gesandt, 
Verscheucht Dir Deinen Jammer. 
Dort suche Ruh', du findest Ruh', 
Die liebe Sonne ruft Dir zu: 
"Wenn's Auge noch so bitter weint, 
Der liebe Gott hat's [treu]1 gemeint!"  

Und wenn Du noch so traurig bist, 
Das Blümlein wird dir sagen, 
Daß Gott ein lieber Vater ist, 
Du brauchst's nicht erst zu fragen: 
In seinem Kelch das Tröpflein Thau, 
Das predigt laut auf grüner Au: 
"Wenn's Auge noch so bitter weint, 
Der liebe Gott hat's [treu]1 gemeint!" 

Im Wald der Vogel sagt Dir's auch, 
Mußt ihn nur recht verstehen; 
Die Blätter auch an Baum und Strauch, 
Mußt sie nur recht besehen; 
Was ringsum rauscht und glüht und blüht, 
Aus Allem klingt das Eine Lied: 
"Wenn's Auge noch so bitter weint, 
Der liebe Gott hat's [treu]1 gemeint!" 

Wohlauf, mein Herz, in's Frühlingsland 
Aus Deiner dunklen Kammer! 
Das rechte Heil, von Gott gesandt, 
Blüht dort für Deinen Jammer. 
Nur wenig Tagen werden's sein, 
Da stimmst Du recht in Freuden ein: 
"Wenn's Auge noch so bitter weint, 
Der liebe Gott hat's [treu]1 gemeint!" 

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Confirmed with Freimaurer-Zeitung, achter Jahrgang, ed. by Moritz Zille, Leipzig: Heinrich Weinedel, issue no. 35, August 1854, page 280.

1 Gartz: "gut"

Researcher for this text: Melanie Trumbull

11. Lied der Freude [sung text not yet checked]

Rauschet, ihr Meere, und wehet, ihr Winde!
Mädchen! das Leben entfliehet geschwinde.
Siehe! der Lenz hat die Blumen gestreut!
Freue des Lebens dich, freue dich heut!

Morgen sind Wolken, wo Sonne heut glühte;
Morgen verblühet, was heute noch blühte.
Weist du was künftige Stunde dir beut?
Freue des Lebens dich, freue dich heut!

Knüpfe die Hoffnung und knüpfe das Gute
An die vergängliche Lebensminute!
Schöner genießet wer weise sich freut,
Freue des Lebens dich, freue dich heut!

Weise genießet, wer dankbar genießet,
Auch die verwelkenden Blumen begießet,
Muthvoll den Wechsel der Tage nicht scheut.
Freue des Lebens dich, freue dich heut!

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Researcher for this text: Harry Joelson

12. Abendlied [sung text not yet checked]

Gute Nacht! Gute Nacht!
 . . . . . . . . . .

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  • by Anonymous / Unidentified Author