by Franz Alfred Muth (1839 - 1890)

Soweit in die Ferne die Straßen sich...
Language: German (Deutsch) 
Soweit in die Ferne die Straßen sich zieh'n, 
Die Berge, die Thale sind alle schon grün. 
Mein Herz, und du bliebest im dumpfigen Haus? 
Zu den Bergen, den Thalen, hinaus, o hinaus! 
Der Himmel so blau, und die Erde so bunt, 
So duftig die Wälder, so blumig der Grund. 

O was du geträumet und lange ersehnt, 
Ist Alles gekommen, nicht war es gewähnt: 
Der Frühling dem Herzen, der Frühling der Welt, 
Dem Vogel die Lieder, die Blume dem Feld. 
Mein Herz, und du bliebest im dumpfigen Haus? 
Zu den Bergen, den Thalen, hinaus, o hinaus! 

Es fließet die Quelle, es wehet der Wind, 
Wie doch alle so frisch und so fröhlich sind! 
Ich bliebe zu Hause?  Ist Alles so grün, 
Soweit in die Ferne die Straßen sich zieh'n. 
Was Kummer und Sorgen, was Thränen und Schmerz: 
Gott hüt' mir mein frisches, mein fröhliches Herz!

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Confirmed with Franz Alfred Muth, Wintergarten: Novellen und Wanderbilder nebst einer lyrische Nachlese, Frankfurt am Main: G. J. Hamacher, 1874, page 158. Appears in Gedichte.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Research team for this text: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2020-05-13
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