Das Wandern könnt' ich gar nicht schön
Language: German (Deutsch) 
Das Wandern könnt' ich gar nicht schön 
  Mir denken, 
Gäb's in den Thälern, auf den Höhn 
  Nicht Schenken. 
Und bin ich auf der Wandrung draus, 
Und streckt die Kneip' ihr Schild heraus,
  Thu' ich die Mütze schwenken 
  Und hin die Tritte lenken. 

Auch für die Schenke gäb' ich kaum 
  'nen Heller,
Läg' unterm Haus nicht weit an Raum 
  Der Keller,
Und reihte sich nicht Faß an Faß 
Voll edelm reinem goldnem Naß. 
  Da stürm' ich polternd munter
  Die alte Trepp' hinunter.

Doch, ach, was soll der Fässer Rund 
  Ohn' Krahnen, 
Könnt' ich den Weg mir durch das Spund 
  Nicht bahnen, 
Und würd' nicht Flasch' und Becher voll,
Und nicht im Haupt der Zecher toll! 
  Dem echten Strolch und Strömer 
  Gibt's nie genug der Römer! 

Ei, ei, du schlanke Kellnerin,
  Du murrest! 
Was fährt dir plötzlich durch den Sinn? 
  Du knurrest? 
Bei Gott, ich unterließ den Gruß! 
Komm her, da hast du einen Kuß! 
  Doch nun vor allen Dingen 
  Muß ich den Becher schwingen! 

About the headline (FAQ)

Confirmed with Dichtungen eines Rheinischen Poeten, Band 1: Mein Herz ist am Rheine. Liederbuch von Wolfgang Müller von Königswinter, Vierte vermehrte und verbesserte Auflage, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1871, pages 174-175.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Text added to the website: 2015-05-04 00:00:00
Last modified: 2015-05-04 13:02:12
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