by Wilhelm Müller (1794 - 1827)

Des Finken Gruß
Language: German (Deutsch) 
Im Fliederstrauch ein Finke saß
Und sang;
Er sang wohl dies und sang wohl das, 
Was klang: 

Nun werft den Winter aus der Thür 
Weit, weit! 
Der liebe Mai ist wieder hier, 
Ihr Leut'! 

Er hat ein grünes Röckchen an 
Von Gras,
Hat bunte, blanke Knöpfe dran 
Von Glas.

Ein großes Auge hat der Fant, 
Ist blau; 
Paßt auf, ob nicht durch Thür und Wand 
Er schau'! 

Sein Odem tränkt so frisch und rein 
Die Luft, 
Sein Haar muß ganz gepudert sein 
Mit Duft.

Er weiß mit Jungfern umzugehn 
Gar fein,
Die Burschen auch ihn gerne sehn 
Im Hain. 

Den Kindern bringt er Spielwerk mit;
Woher? 
Aus Nürnberg von dem Blumenschmid, 
Daher! 

Und was soll für die Philister sein? 
Ja was? 
Die fangen sich Mücken und Fliegen ein 
Zum Spaß.

Confirmed with Gedichte von Wilhelm Müller, Vol. 1, ed. by Gustav Schwab, Leipzig: F. A. Brockhaus, 1837, pages 407-408.


Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2016-06-02
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