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Zwölf Lieder nach Gedichten von Matthisson

Word count: 1508

Song Cycle by Johann Xaver Sterkel (1750 - 1817)

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1. Einsamkeit [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Wie blinkt mir der Himmel
Im Grünen so hehr.
Der Städte Getümmel
Ist rauschend und leer.
Drum sei meiner Thränen
Vertraute die Flur,
Drum höre mein Sehnen
Die Einsamkeit nur.
 
Ihr liebt' ich, im Lenze
Des Lebens, im Hain
Schon Veilchen in Kränze
Zum Opfer zu reihn.
[Ihr späht' ich, beim Hauche
Der Mailuft, am Bach
Im Nachtigallstrauche
Wohl Stundenlang nach.]1
 
Ihr seufzt' ich, vom Spiele
Der Jünglinge fern,
Die Erstlingsgefühle
Der Liebe so gern!
Ihr war, beim Geflimmer
Der Sterne, mein Leid
Und jeglicher Schimmer
Der Freude geweiht.
 
Mir sei bis zum Grabe
Gefährtin und Braut
[Die]2, der ich als Knabe
Mein Innres vertraut.
[Nur sie hat die Zähren
Der Trennung gestillt,
Und himmlische Sphären
Voll Glanz mir enthüllt.]1
 
Sie meidet die Pfade,
Flieht Park und Alleen,
Und weilt am Gestade
Romantischer Seen,
[Wo Vögel nur schmettern,
Das Eichhorn nur lauscht,
Und etwa den Blättern
Ein Täubchen entrauscht.]1

Nur ihr sind, vom wilden
Granitfels umdräut,
An Gletschergefilden
Die Thäler geweiht,
Wo Adler nur streifen
Am Lerchenbaumwald,
Und fernher das Pfeifen
Der Gemsen erschallt.
 
Sie freut sich der Schlünde
Volkanischer Gluth,
Des Sausens der Winde,
Der zürnenden Fluth.
Sie wohnt unter Spalten,
Nur mondlich erhellt,
In Gräbern der alten
Gebieter der Welt;
 
Am Sturz der Gewässer,
Im öden Gestein
Umwaldeter Schlösser
Und wüster Abtein,
[In Grotten und Klüften
Von Tannen umkränzt,
An Urnen und Grüften
Vom Vollmond beglänzt.]1
 
Der Welt zu vergessen,
Empfangt mich, ihr Höhn,
Wo dunkle Zipressen
Ein Grabmal umwehn;
Wo, tief zwischen Ranken
Der Wildniß versteckt,
Kein menschliches Wanken
[Den Träumenden]3 weckt.


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1 omitted by Harder.
2 Harder: "Sie"
3 Harder: "Mich einsamen"

Submitted by Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Beruhigung [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Apaisement", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission


Wo durch dunkle Buchengänge
Blasser Vollmondschimmer blinkt,
Wo um schroffe Felsenhänge
Sich die Epheuranke schlingt,
Wo aus halbverfallnem Turme
Ein verlassnes Bäumchen ragt,
Und emporgescheucht vom Sturme,
Schauervoll die Eule klagt.

Wo um sterbende Gesträuche
Sich der graue Nebel dehnt,
Wo im trüben Erlenteiche
Trübes Rohr im Winde tönt,
Wo in wild verwachsnen Gründen
Dumpf der Waldstrom wiederhallt,
Und, ein Spiel den Abendwinden,
Welkes Laub auf Gräber wallt.

Wo im bleichen Sternenscheine
Um den frühverlornen Freund
Einsam im Zypressenhaine
Hoffnungslose Sehnsucht weint:
Da, da wandelt, von den Spielen
Angestaunter Torheit fern,
Unter ahndenden Gefühlen,
Schwermut, dein Vertrauter gern!

Da erfüllt ein stilles Sehnen
Nach des Grabes Ruh sein Herz,
Da ergießt in heißen Tränen
Sich der Seele banger Schmerz,
Und sein Blick durchschaut die trübe
Zukunft, ruhig bis ans Grab,
Und es tönt: Gott ist die Liebe!
Jeder Stern auf ihn herab.


Confirmed with Friedich Matthissons Gedichte, herausgegeben von Gottfried Bölsim - Band I : Die Gedichte von 1776- 1794, Tübingen, 1912; Band II : Die Gedichte von 1795-1831, Tübingen, 1913.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

3. Lauras Quelle [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La source de Laura", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission


Quelle! dich grüßt mein Blick mit Sehnsuchtsthränen,
 Seit am Blumenaltare deiner Ufer,
  Seit im Tempel deiner Gesträuche, Laura
   Weinend mit Gott sprach.

Geister des Himmels müssen dich umschweben,
 Stille Stäte, wo Laura betend hinsank,
  Wo die Zukunft über der Gruft sich ihren
   Blicken enthüllte!

Huldigend schmiegten sich des Frühlings Kinder
 Um des weißen Gewandes Saum, die Lüfte
  Wehten Purpurblüten auf ihres Hauptes
   Wallenden Schleier.

Über ihr Antliz war die Ruhe des Himmels,
 War der Friede der Engel ausgegossen
  Und verklärend hellte des bessern Lebens
   Hoffnung ihr Auge.

Quelle, dich grüßt mein Blick mit Sehnsuchtsthränen!
 Jede Blume worauf die Holde kniete
  Will ich sorgsam pflücken, und ihres Grabmals
   Urne bekränzen.


Poem preceded in publications with
Ghiare, fresche e dolci acque
Ove le belle membra
Pose colei, che sola a me par donna,
Date udienza -- --
Alle dolenti mie parole estreme!
 --Petrarca 

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

4. Das Feenland [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le pays des fées", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission


Mit Rosen umweben
Der Sterblichen Leben
Die gütigen Feen;
Sie wandeln und walten
In tausend Gestalten
Bald häßlich, bald schön.
 
Da, wo sie gebieten,
Lacht alles, mit Blüten
Und Grün emaillirt;
Ihr Schloß von Topasen
Ist herrlich mit Vasen
Von Demant geziert.
 
Von Zeilons Gedüfte
Sind ewig die Lüfte
Der Gärten durchweht,
Die Gänge, statt Sandes,
Nach Weise des Landes
Mit Perlen besät.

Ambrosiatische
Sind hier in der Frische
Der Grotten versteckt;
Dort blasen im Grünen
Kristallne Delfinen
Tokaier und Sekt.

Den Blüten entflimmert.
Von Früchten umschimmert,
Der Kolibri Schmelz,
Und Nachtigallkehlen
Vom Leman beseelen
Das Badegehölz.

Da flattert, im Scheins
Des Mondes, der kleine
Geflügelte Wicht,
Schlau, wie die Annalen
Cytherens ihn malen,
Mit sanftem Gesicht.

Aus dämmerndem Grunde
Steigt eine Rotunde
Von Jaspis empor,
Die Wände wie Spiegel,
Von Golde die Riegel
Am ehernen Thor.

Da sprudelt im Dunkel,
Erhellt von Karfunkel,
So alt wie die Zeit,
Ein Quell, dessen Tugend
Die Blume der Jugend
Und Schönheit erneut. 

Seit Salomo nahte
Dem luftigen Staate
Kein Aeronaut,
Dies hat mir, nach Schriften
In Mumiengrüften,
Ein Sylfe vertraut.

Noch kann ich zu wenig
Von dem, was der König
Der Geister gekonnt;
Sonst wäre zur Stunde,
Zusamt der Rotunde,
Der Quell in Pyrmont.


Confirmed with Friedich Matthissons Gedichte, herausgegeben von Gottfried Bölsim - Band I : Die Gedichte von 1776- 1794, Tübingen, 1912; Band II : Die Gedichte von 1795-1831, Tübingen, 1913.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

5. An den Abendstern [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): FRE

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "À l'étoile du soir", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Wie ruhig blinkt, aus wolkenloser Ferne,
Dein schönes Licht, du freundlichster der Sterne!
  Wie lieblich wallt im See dein zitternd Bild! 
Wie oft hast du, wenn ich vom West umfächelt
Auf Blumen lag, mir Seelenruh gelächelt,
  Der Sehnsucht bittern Harm wie oft gestillt!

Du blicktest auf den Bundeskreis der Brüder
Durch dieser Eiche sprießend Laubdach nieder;
  Die meisten sind verstreut, und wandeln fern!
Du schimmertest, beym schmerzlichen Umfangen
Der Trennung, auf den Zährenthau der Wangen
  Des Wiederfindens Hoffnung, schöner Stern!


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

6. Die Vollendung [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT DUT ENG FRE

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Voleinding", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Laura Prichard) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Accomplissement", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission


Wenn ich einst das Ziel errungen habe,
In den Lichtgefilden jener Welt,
Heil! der Thräne dann an meinem Grabe,
Die auf hingestreute Rosen fällt.

Sehnsuchtsvoll, mit [hoher]1 Ahnungswonne,
Ruhig, wie der mondbeglänzte Hain,
Lächelnd, wie beim Niedergang die Sonne,
Harr' ich, göttliche Vollendung, dein!

Eil', o eile mich empor zu flügeln,
Wo sich unter mir die Welten drehn,
Wo im Lebensquell sich Palmen spiegeln,
Wo die Liebenden sich wiedersehn!

Sklavenketten sind der Erde Leiden;
[Oefters, ach! zerreißt]2 sie nur der Tod!
Blumenkränzen gleichen ihre Freuden,
Die ein Westhauch zu entblättern droht!


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Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, page 66; and with Gedichte von Friedrich Matthisson. Mannheim in der neuen Hof- und akademischen Buchhandlung. 1787, pages 12-13.

First published in Poetische Blumenlese auf das Jahr 1786. Göttingen, bey Joh. Christian Dieterich, page 218, with an additional stanza between stanzas 1 and 2; see below.

1 Schubert: "banger"
2 Matthisson (Mannheim 1787 edition): "Oft, ach, öfters bricht"

Submitted by Emily Ezust [Administrator] and Peter Rastl [Guest Editor]

7. Der Wald [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship


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Herrlich ist's im Grünen!
Mehr als Opernbühnen
Ist mir Abends unser Wald,
Wenn das Dorfgeläute
Dumpfig aus der Weite
Durch der Wipfel Dämm'rung hallt.

Horch, aus mildem Glanze
Streut, im leichten Tanze,
Mir das Eichborn Laub und Moos; 
Fink' und Amsel rauschen
Durch die Zweig' und lauschen
Rings im jungen Maigesproß.

In der Abendhelle
Funkelt die Libelle,
Sanft am Farrenkraut gewiegt ;
Mückenschwärm' erheben
Sich aus Binsengräben,
Und der braune Schröter fliegt.

Iris und Ranunkel
Blühn im Weidendunkel,
Wo durch Tuff die Quelle schäumt,
Die mit Spiegelglätte
Dort im Rasenbette
Wies' und Birkenthal umsäumt.

Ob dem Felsenpfade
Schimmert die Kaskade,
Wie ein flatternd Silberband,
Hell durch Laubgewimmel
Blinkt der Frühlingshimmel,
Und der Berge Schneegewand.

Zauberisch erneuen
Sich die Phantaseien
Meiner Kindheit hier so licht!
Rosenfarbig schweben
Duftgebild' und weben
Ein elysisch Traumgesicht.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

8. An Laura, als sie Klopstocks Auferstehungslied sang [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT DUT ENG FRE ITA

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Aan Laura, toen zij Klopstocks Opstandingslied zong1", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "To Laura, when she sang Klopstock's song of resurrection", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "À Laura, quand elle chantait l'ode à la résurrection de Klopstock", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "A Laura, che cantava "Ode alla resurrezione" di Klopstock", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission


Herzen, die gen Himmel sich erheben,
Thränen, die dem Auge still entbeben,
Seufzer, die den Lippen leis' entfliehn,
Wangen, die mit Andachtsglut sich malen,
Trunck'ne Blicke, die Entzückung stralen,
Danken dir, o Heilverkünderin!

Laura! Laura! horchend diesen Tönen,
Müssen Engelseelen sich verschönen,
Heilige den Himmel offen sehn,
Schwermuthsvolle Zweifler sanfter klagen,
Kalte Frevler an die Brust sich schlagen
Und wie Seraph Abbadona1 flehn!

Mit den Tönen des Triumphgesanges
Trank ich Vorgefühl des Ueberganges
Von der Grabnacht zum Verklärungsglanz!
Als vernähm' ich Engelmelodien
Wähnt' ich dir, o Erde, zu entfliehen,
Sah' schon unter mir der Sterne Tanz!

Schon umathmete mich [Himmelsmilde]2,
Schon begrüßt' ich jauchzend die Gefilde,
Wo des Lebens Strom durch Palmen fleußt!
Glänzend von der nähern Gottheit Strale,
Wandelte durch Paradiesesthale
Wonneschauernd mein entschwebter Geist!


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Confirmed with Gedichte von Friedrich Matthisson, Mannheim in der neuen Hof- und akademischen Buchhandlung, 1787, pages 17-18, and with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, pages 11-12.

First published in Musen-Almanach für 1785, herausgegeben von Voß und Goeking, Hamburg, bey Carl Ernst Bohn, pages 92-93.

The poem differs, particularly in the fourth stanza, in the editions as of 1811.

Note: The title of the poem refers to C. H. Graun's then-famous setting of Klopstock’s poem Auferstehungslied [The Resurrection Song]. (Note provided by Laura Prichard).

1 The seraph Abbadona is a name in Klopstock's poem of the "penitent devil". (Note provided by Laura Prichard.) The poem is titled "Der Messias" (The Messiah) and probably would have been as familiar to contemporaries as the Auferstehungslied. (Note provided by Melanie Trumbull.)
2 Schubert: "des Himmels Milde"

Submitted by Richard Morris and Peter Rastl [Guest Editor]

9. Lied aus der Ferne [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT DUT ENG FRE ITA

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Lied uit de verte", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "Song from far away", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant venant de loin", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Antonio Zencovich) , "Canto dalla lontananza", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission


[Wann]1, in des Abends letztem [Scheine]2,
  Dir eine [lächelnde]3 Gestalt,
Am Rasensitz im Eichenhaine,
  Mit Wink und Gruß vorüberwallt:
Das ist des Freundes treuer Geist,
Der Freud' und Frieden dir verheißt.

[Wann]1 in des Mondes Dämmerlichte
  Sich deiner Liebe Traum verschönt,
Durch Cytisus und Weymutsfichte
  Melodisches Gesäusel tönt,
Und [Ahndung]4 dir den Busen hebt:
Das ist mein Geist der dich umschwebt.

Fühlst du, beim seligen Verlieren
  In des Vergangnen Zauberland,
Ein lindes, geistiges Berühren,
  Wie Zephyrs Kuß, an Lipp' und Hand,
Und wankt der Kerze flatternd Licht:
Das ist mein Geist, o zweifle nicht!

Hörst du, beim Silberglanz der Sterne,
  Leis' im verschwiegnen Kämmerlein,
Gleich Aeolsharfen aus der Ferne,
  Das Bundeswort: Auf ewig dein!
Dann schlummre sanft; es ist mein Geist,
Der Freud' und Frieden dir verheißt.


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Confirmed with Gedichte von Friedrich Matthisson Dritte vermehrte Auflage. Zürich, 1794 bey Orell, Gessner, Füssli & Comp., pages 133-134; and with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, pages 274-275.

First published in Musen-Almanach für 1794, herausgegeben von Joh. Heinr. Voß, Hamburg, bey C.E.Bohn, pages 86-87.

1 Matthisson (1811 edition), and Giuliani, Nägeli, Pilz, Schubert: "Wenn".
2 Schubert (2nd version): "Hauche"
3 Zelter: "liebende"
4 Giuliani, Zelter: "Ahnung"

Submitted by Richard Morris and Peter Rastl [Guest Editor]

10. Erinnerung [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT DUT ENG FRE

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Herinneringen", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Malcolm Wren) , no title, copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Souvenirs", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Am Seegestad', in lauen Vollmondnächten,
Denk' ich nur dich!
Zu deines Namens goldnem Zug verflechten
Die Sterne sich.

Die Wildniß glänzt in ungewohnter Helle,
Von dir erfüllt;
Auf jedes Blatt, in jede Schattenquelle
Malt sich dein Bild.

Gern weil' ich, Grazie, wo du den Hügel
Hinabgeschwebt,
Leicht, wie ein Rosenblatt auf Zephyrs Flügel
Vorüberbebt.

Am [Hüttchen]1 dort bekränzt' ich dir, umflossen
Von Abendgluth,
Mit Immergrün und jungen Blüthensprossen
Den Halmenhut.

Bei jedem [Lichtwurm in den]2 Felsenstücken,
Als ob die Feen
Da Tänze webten, riefst du voll Entzücken:
Wie schön! wie schön!

Wohin ich blick' und geh', erblick' ich immer
Den Wiesenplan,
Wo wir der Berge Schnee mit Purpurschimmer
Beleuchtet sahn.

Ihr schmelzend Mailied weinte Philomele
Im Uferhain;
Da fleht' ich dir, im Blick die ganze Seele:
Gedenke mein!


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Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, pages 266-267.

First published in Musen-Almanach für 1793, herausgegeben von Joh. Heinr. Voß, Hamburg, bey C.E.Bohn, pages 184-185. This first edition has an additional (third) stanza which was left out in later editions:

Gern wandl' ich, wo des Erlenbaches Krümme
Durch Blumen wallt,
Indeß der holde Nachklang deiner Stimme
Ins Herz mir hallt.

1 Matthisson (Musenalmanach): "Hügel"
2 Matthisson (Musenalmanach): "Feuerwurm in"

Submitted by Ulrich Eisenlohr and Peter Rastl [Guest Editor]

11. Die Betende [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT DUT ENG FRE ITA

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See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La dona pregant", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "De biddende", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "The praying woman", copyright ©
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La femme à la prière", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Colei che prega", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission


Laura betet! Engelharfen hallen
[Frieden]1 Gottes in ihr krankes Herz,
Und, wie Abels Opferdüfte, wallen
Ihre Seufzer himmelwärts.

Wie sie kniet, in Andacht hingegossen,
Schön, wie Raphael die Unschuld malt!
Vom Verklärungsglanze schon umflossen,
Der um Himmelswohner strahlt.

O sie fühlt, im leisen, linden Wehen,
[Froh des Hocherhabnen]2 Gegenwart,
Sieht im Geiste schon die Palmenhöhen,
Wo der Lichtkranz ihrer harrt!

So von Andacht, so von Gottvertrauen
Ihre engelreine Brust geschwellt,
Betend diese Heilige zu schauen,
Ist ein Blick in jene Welt!


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Confirmed with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Erster Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, page 6; and with Friedrich Matthisson's auserlesene Gedichte, herausgegeben von Joh. Heinr. Füssli, Zürich, bey Orell, Gessner, Füssli und Compagnie, 1791, page 78.

First published in Lieder von Friedrich Matthisson. Breslau, bey Gottlieb Löwe. 1781, page 36; and then, with Rust's setting, in Deutsches Museum Erster Band. Jänner bis Junius. 1784. Leipzig, in der Weygandschen Buchhandlung. Erstes Stück. Januar 1784, in the appendix following page 96.

1 Matthisson (1781 edition), and Rust: "Tröstung"
2 Matthisson (1781 edition), and Rust: "Näher ihres Gottes"

Submitted by Richard Morris and Peter Rastl [Guest Editor]

12. Trinklied [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Authorship

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  Selig beim funkelnden
  Nektar vergessen
  Traurer des dunkelnden
  Grabes Zipressen,
Locken und Becher von Rosen umglüht.
  Auf! eh' die moosigen
  Hügel uns winken
  Wonne von rosigen
  Lippen zu trinken;
Huldigung Allem was jugendlich blüht!


Confirmed with Friedrich Matthissons Gedichte. Herausgegeben von Joh. Heinr. Füssli. Vermehrte Auflage. Zürich. Bey Orell, Gessner, Füssli und Compagnie. 1792, page 128.

This is the initial version of Matthisson's Skolie; see below.


Submitted by Peter Rastl [Guest Editor]

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