Der Müller. Wo ein treues Herze In Liebe vergeht, Da welken die Lilien Auf jedem Beet. Da muß in die Wolken Der Vollmond gehn, Damit seine Thränen Die Menschen nicht sehn. Da halten die Englein Die Augen sich zu, Und schluchzen und singen Die Seele zu Ruh'. Der Bach. Und wenn sich die Liebe Dem Schmerz entringt, Ein Sternlein, ein neues, Am Himmel erblinkt. Da springen drei Rosen, Halb roth, halb weiß, Die welken nicht wieder, Aus Dornenreis. Und die Engelein schneiden Die Flügel sich ab, Und gehn alle Morgen Zur Erde hinab. Der Müller. Ach, Bächlein, liebes Bächlein, Du meinst es so gut: Ach, Bächlein, aber weißt du, Wie Liebe thut? Ach, unten, da unten, Die kühle Ruh'! Ach, Bächlein, liebes Bächlein, So singe nur zu.
W. Taubert sets stanzas 1-3
O. Nicolai sets stanzas 1-3
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten. Herausgegeben von Wilhelm Müller. Erstes Bändchen. Zweite Auflage. Deßau 1826. Bei Christian Georg Ackermann, pages 43-44; and with Sieben und siebzig Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten. Herausgegeben von Wilhelm Müller. Dessau, 1821. Bei Christian Georg Ackermann, pages 45-46.
First published in a different version in Der Gesellschafter oder Blätter für Geist und Herz. Herausgegeben von F. W. Gubitz. Zweiter Jahrgang. Berlin, 1818. In der Maurerschen Buchhandlung. Montag den 8. Juni. 91stes Blatt, page 363.
Text Authorship:
- by Wilhelm Müller (1794 - 1827), "Der Müller und der Bach", appears in Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten 1, in Die schöne Müllerin, no. 23, first published 1818 [author's text checked 2 times against a primary source]
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