by Klaus Groth (1819 - 1899)
Regenlied
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Walle, Regen, walle nieder, Wecke mir die Träume wieder, Die ich in der Kindheit träumte, Wenn das Naß im Sande schäumte! Wenn die matte Sommerschwüle Lässig stritt mit frischer Kühle, Und die blanken Blätter thauten, Und die Saaten dunkler blauten. Welche Wonne, in dem Fließen Dann zu stehn mit nackten Füßen, An dem Grase hinzustreifen Und den Schaum mit Händen greifen, Oder mit den heißen Wangen Kalte Tropfen aufzufangen, Und den neu erwachten Düften Seine Kinderbrust zu lüften! Wie die Kelche, die da troffen, Stand die Seele athmend offen, Wie die Blumen, düftetrunken, In dem Himmelsthau versunken. Schauernd kühlte jeder Tropfen Tief bis an des Herzens Klopfen, Und der Schöpfung heilig Weben Drang bis ins verborgne Leben. -- Walle, Regen, walle nieder, Wecke meine alten Lieder, Die wir in der Thüre sangen, Wenn die Tropfen draußen klangen! Möchte ihnen wieder lauschen, Ihrem süßen, feuchten Rauschen, Meine Seele sanft bethauen Mit dem frommen Kindergrauen.
View text with all available footnotes
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler
Confirmed with Deutsche Lyrik seit Goethe's Tode. Ausgewählt von Maximilian Bern, Neue Ausgabe, Vierzehnte, verbesserte Auflage, Leipzig, Druck und Verlag von Philipp Reclam, 1886, pages 189-190. Modern spelling would change "thauten" to "tauten", "athmend" to "atmend", "Himmelsthau" to "Himmelstau", "Thüre" to "Türe", etc.
Text Authorship:
- by Klaus Groth (1819 - 1899), "Regenlied", first published 1854 [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 32
Word count: 159