Drei Lieder für vierstimmigen Männerchor , opus 44

by Friedrich Gustav Jansen (1831 - 1910)

1. Neuer Frühling ist gekommen  [sung text not yet checked]

Neuer Frühling ist gekommen,
Neues Laub und Sonnenschein,
Jedes Ohr hat ihn vernommen,
Jedes Auge saugt ihn ein.
Und das ist ein Blühn und Sprießen,
Waldesduften, Quellenfließen,
Und die Brust wird wieder weit,
Frühling, Frühling, goldne Zeit!

Von [dem]1 Felsen in die Weite
Fliege hin, mein Frühlingssang,
Ueber Ströme und Gebreite,
Durch Gebirg und Blüthenhang!
Darf nicht wandern, muß ja bleiben,
Ob's mich ziehn auch will und treiben,
Doch so weit mein Himmel blaut
Singen, singen will ich laut!

Wie die Welt auch wechselnd gehe,
Wie das Schicksal auch mich treibt,
Komme Glück und komme Wehe,
[Fest doch weiß ich was mir bleibt:] 2
Fester Mut der freien Seele
Und die freudge Liederkehle,
Lebenslust und Lebensdrang,
Goldnes Leben im Gesang!

Authorship:

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Otto Roquette, Liederbuch, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta'scher Verlag, 1852, pages 215-216.

1 Schaffgotsch: "den"
2 Schaffgotsch: "Wenn nur Eines mir verbleibt:"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Das ist die schönste Zeit  [sung text not yet checked]

Das ist die schönste Zeit,
Wenn's ringsum Blüthen schneit,
Wenn durch die laue Luft 
Wallt süßer Frühlingsduft 
  Und Gesang 
  Wald entlang 
Schallet laut mit frohem Klang,
Das ist das ist fürwahr 
Die schönste Zeit im Jahr.

Frisch auf denn junges Blut,
Mit Blumen kränzt den Hut,
Und laßt uns lustig sein
Wohl zu dem lust'gen Mai'n.
  Tanzt und springt,
  Lacht und singt,
Daß es laut im Wald erklingt,
Dann erst, dann erst fürwahr 
Ist schönste Zeit im Jahr.

Authorship:

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Confirmed with Gedichte von Wilhelm Osterwald, Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage, Leipzig, Verlag von F. G. C. Leuckart (Constantin Sander), 1873, page 77.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Wein der Lebensbalsam [sung text not yet checked]

An dem Strand des grünen Nils,
In dem Reich des Krokodils,
Ließen Männer einst und Weiber
Salben ihre todten Leiber
Mit des Balsams edlem Duft
Für die enge, finstre Gruft.  

Ach, was hilfst es ihnen doch,
Stehen ihre Leiber noch
Hart und stief in Felsenkammern? 
Muß uns nicht der Balsam jammern,
Den man ohne Nutz und Noth
Hat versalbet an den Tod? 

Ich hab' einen andern Sinn:
Weil ich noch lebendig bin,
Will ich meinem Leibe geben
Balsam von der Frucht der Reben,
Der ihn auf der Oberwelt
Frisch und stark und fest erhält. 

Schenket mir vom besten Wein
In den größten Becher ein!  
Balsam, wolle du bewahren
Auch noch unter weißen Haaren
Unsre Stirnen glatt und blank,
Unsre Herzen froh und frank!

Authorship:

Confirmed with Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten, zweites Bändchen, Deßau: Christian Georg Ackermann, 1824. Appears in Tafellieder für Liedertafeln, page 12 - 13.


Researcher for this text: Melanie Trumbull