Hell im Silberlichte flimmernd Zieht und singt des Baches Welle, Goldengrün und tiefblau schimmernd Küßt sie flüchtig die Libelle; Und ein drittes kommt dazu, Eine Blüte hergeschwommen: Alle haben drauf im Nu Heitern Abschied schon genommen. Und die Esche beugt sich drüber, Schaut in Ruh das holde Treiben, Denkt: Ihr Lieben, zieht vorüber, Ich will grünen hier und bleiben! Und ich unterm Eschenbaum: Was soll denn mit mir geschehen In dem reizend leichten Traum? Soll ich bleiben? Soll ich gehen?
Drei Gesänge für 3 Frauenstimmen mit Pianoforte , opus 72
by Bernhard Ernst Scholz (1835 - 1916)
1. Am fliessenden Wasser  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- by Gottfried Keller (1819 - 1890), no title, appears in Buch der Natur, in Am fließenden Wasser, no. 1
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2. Gute Nacht  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
[Schon]1 fängt es an zu dämmern,
Der Mond als Hirt erwacht,
Und singt den Wolkenlämmern
Ein Lied zur guten Nacht;
Und wie er singt so leise,
Da dringt vom Sternenkreise
[Der]2 Schall ins Ohr mir sacht,
Schlafet in Ruh, schlafet in Ruh!
[Vorüber der Tag und sein Schall,]3
Die Liebe Gottes deckt euch zu
[Allüberall]3.
Nun suchen in den Zweigen
Ihr Nest die Vögelein,
[Die]4 Halm' und Blumen neigen
Das Haupt im Mondenschein,
Und selbst des [Mühlrads]5 Wellen
Lassen das wilde Schwellen
Und schlummern [murmelnd]6 ein.
Schlafet in Ruh, schlafet in Ruh!
Vorüber der Tag und sein Schall;
Die Liebe Gottes deckt euch zu
Allüberall.
Von Thür zu Thüre wallet
Der Traum, ein lieber Gast,
Das Harfenspiel verhallet
Im schimmernden Pallast;
Im Nachen schläft der Ferge,
Die Hirten auf dem Berge
[Halten]7 um's Feuer Rast.
Schlafet in Ruh, schlafet in Ruh!
Vorüber der Tag und sein Schall;
Die Liebe Gottes deckt euch zu
Allüberall.
Und wie nun alle Kerzen
Verlöschen durch die Nacht,
Da schweigen auch die Schmerzen,
Die Sonn' und Tag gebracht;
[Lind]8 säuseln die Cypressen,
Ein seliges Vergessen
Durchweht die Lüfte sacht.
[Schlafet in Ruh, schlafet in Ruh!
Vorüber der Tag und sein Schall;
Die Liebe Gottes deckt euch zu
Allüberall.]3
Und wo von heißen Thränen
Ein schmachtend Auge blüht,
Und wo in bangem Sehnen
Ein liebend Herz verglüht,
Der Traum kommt leis und linde
Und singt dem kranken Kinde
Ein tröstend Hoffnungslied.
Schlafet in Ruh, schlafet in Ruh!
Vorüber der Tag und sein Schall;
Die Liebe Gottes deckt euch zu
Allüberall.
[Gute]9 Nacht denn, all' ihr Müden,
Ihr Lieben nah' und fern!
[Nun]10 ruh' auch ich in Frieden
Bis glänzt der Morgenstern.
Die Nachtigall alleine
Singt noch im Mondenscheine
Und lobet Gott den Herrn.
[Schlafet in Ruh, schlafet in Ruh!
Vorüber der Tag und sein Schall;
Die Liebe Gottes deckt euch zu
Allüberall.]3
Text Authorship:
- by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), "Gute Nacht", appears in Jugendgedichte, in 3. Drittes Buch, in Athen
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- DUT Dutch (Nederlands) (Corien Sleeswijk) , "Goede Nacht", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Michael P Rosewall) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Gedichte von Emanuel Geibel, Vierte Auflage, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, 1845, pages 255-257.
1 Rheinberger, op. 185 no. 7: "Nun"; further changes may exist not noted above2 Stollewerk: "Ihr"
3 omitted by Abt, op. 73
4 Stollewerk: "Und"
5 Abt, op. 73: " Mühlbachs"
6 Lachner, op. 105: "ruhig"
7 Rheinberger, op 131: "Sie halten"
8 Abt, op. 73: "Und"
9 Abt, op. 95, Lachner, op. 97, Lachner, op. 105, Rheinberger: "Gut' "
10 Abt, op. 73: "Bald"
3. Käuzlein  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Da sitzt der Kauz im Ulmenbaum Und heult und heult im Ulmenbaum. Die Welt hat für uns beide Raum! Was heult der Kauz im Ulmenbaum Von Sterben und von Sterben? Und übern Weg die Nachtigall, Genüber pfeift die Nachtigall. O weh, die Lieb' ist gangen all! Was pfeift so süß die Nachtigall Von Liebe und von Liebe? Zur Rechten hell ein Liebeslied, Zur Linken grell ein Sterbelied! Ach, bleibt denn nichts, wenn Liebe schied, Denn nichts als nur ein Sterbelied Kaum wegbreit noch hinüber?
Text Authorship:
- by Theodor Storm (1817 - 1888), "Käuzlein"
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Storms Werke, herausgegeben von Theodor Hertel, ertes Band, Mehers Klassiker-Ausgaben, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien, 1918, page 15.