Siehst du das Meer? Es glänzt auf seiner Fluth Der Sonne Pracht; Doch in der Tiefe, wo die Perle ruht, Ist finstre Nacht. Das Meer bin ich. In stolzen Wogen rollt Mein wilder Sinn, Und meine Lieder ziehn wie Sonnengold Darüber hin. Sie flimmern oft von zauberhafter Lust, Von Lieb' und Scherz; Doch schweigend blutet in verborg'ner Brust Mein dunkles Herz.
Vier Lieder für eine tiefe Stimme mit Pianoforte , opus 6
by Johann Heinrich Stuckenschmidt (1819 - 1870)
1. Siehst du das Meer  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), "Siehst du das Meer?"
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English [singable] (J. A. Homan) , "Behold the Sea!"
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Gedichte von Emanuel Geibel, Berlin: Verlag von Alexander Duncker, 1845, page 143.
2. Ruhe in der Geliebten  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
So laß mich [sitzen]1 ohne Ende, So laß mich sitzen für und für! Leg deine beiden frommen Hände Auf die erhitzte Stirne mir! Auf meinen Knien, zu deinen Füßen, Da laß mich ruhn in trunkner Lust; Laß mich das Auge selig schließen In deinem Arm, an deiner Brust! Laß es mich öffnen nur dem Schimmer, Der deines wunderbar erhellt; In dem ich raste nun für immer, O du mein Leben, meine Welt! Laß es mich öffnen nur der Thräne, Die brennend heiß sich ihm entringt; Die hell und lustig, eh ich's wähne, Durch die geschloßne Wimper springt! So bin ich fromm, so bin ich stille, So bin ich sanft, so bin ich gut? Ich habe dich -- das ist die Fülle! Ich habe dich -- mein Wünschen ruht! Dein Arm ist meiner Unrast Wiege, Vom Mohn der Liebe süß umglüht; Und jeder deiner Athemzüge Haucht mir in's Herz ein Schlummerlied! Und jeder ist für mich ein Leben! -- Ha, so zu rasten Tag für Tag! Zu lauschen so mit sel'gem Beben Auf unsrer Herzen Wechselschlag! In unsrer Liebe Nacht versunken, Sind wir entflohn aus Welt und Zeit: Wir ruhn und träumen, wir sind trunken In seliger Verschollenheit!
Text Authorship:
- by Ferdinand Freiligrath (1810 - 1876), "Ruhe in der Geliebten"
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View original text (without footnotes)1 Draeseke, Suter: "ruhen"; Munzinger: "träumen" (further changes may exist not noted above.)
3. Volkslied  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Ach, wie [ist's möglich dann]1, Dass ich dich lassen kann; Hab dich von Herzen lieb, Das glaube mir! Du hast die Seele mein So ganz genommen ein, Dass ich kein' Andre lieb, Als dich allein. Blau ist ein [Blümelein]2, [Heißet Vergissnichtmein, Leg' es ans Herze dein,]3 Und denk' an mich! Stirbt Blum' und Hoffnung gleich, Wir sind an Liebe reich, Denn die stirbt nie bei mir, Das glaube mir! Wär' ich ein [Vögelein]4, Wollt' ich bald bei dir sein, Scheut Falk' und Habicht nicht, Flög' schnell zu dir. Schöss mich ein Jäger tot, [Sänk']5 ich in deinen Schoß, Sähst du mich traurig an, Gern stürb' ich dann.
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It is based on
- a text in German (Deutsch) by Wilhelmina Christiane von Chézy, née Klencke (1783 - 1856), appears in Eginhard und Emma. Ein Spiel
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Bertram Kottmann) , "Alas, how can it happen", copyright © 2002, (re)printed on this website with kind permission
1 Abt: "ist's möglich"; Winterberger: "ist es möglich dann"; further changes may exist not shown above.
2 Abt: "Blüm'lein"
3 Stenhammar: "das heißt Vergißnichtmein;/ dies Blümlein leg ans Herz"
4 Abt: "Vög'lein"
5 Stenhammar: "Fiel"
4. Ich will von dir, was keine Zeit zerstöret  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Ich will von dir, was keine Zeit zerstöret, Nur Schönheit, die das Herz verleiht; Ich will von dir, was nie der Welt gehöret, Die engelreine Kindlichkeit. Das sind des Herzens allerbeste Gaben, Das ist des Lebens schönste Zier. Hat dich die Welt, so kann ich dich nicht haben; Lebst du der Welt, so stirbst du mir.
Text Authorship:
- by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), no title, appears in Buch der Liebe, no. 151
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Confirmed with Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, Auswahl von Frauenhand, Hannover, Carl Rümpler, 1862, page 264.