Vier Lieder für Sopran (oder Tenor) mit Pianoforte , opus 54

by Kaspar Jakob Bischoff (1823 - 1893)

1. Der Frühling klopft mit frischem Strauss [sung text not yet checked]

Der Frühling klopft mit frischem Strauß 
  Lautjubelnd an mein Fensterlein: 
Heraus du Menschenkind heraus,
  Heraus in meinen Sonnenschein! 
    Auf lauer Lüste Wogen 
    Bin heut ich eingezogen.
    Vergangen ist Nacht und Leid,
    Gekommen ist Licht und Freud'! 

  Frühling! Frühling! 
Auf jauchzt das Herz bei solchem Klang. 
  Frühling! Frühling! 
Von den Bergen hernieder 
Rinnen Abschiedsthränen 
Dem scheidenden Winter;
Von den Bergen hernieder 
Rinnen Freudenthränen 
Dem kommenden Frühling! 
Lerchenchöre jubeln: 
  Frühling! Frühling! 

Die Bäume pred'gen im grünen Talar:
  Frühling! Frühling! 
Die toten Blumen schlagen
Die hellen Augen auf 
Und rufen flüsternd einander zu:
  Frühling! Frühling! 
Und alles jauchzt den einen,
Den großen, den heiligen Psalm:
  Vergangen ist Nacht und Leid! 
  Gekommen ist Licht und Freud'! 
    Frühling! Frühling! 

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2. Und ob der holde Tag vergangen [sung text not yet checked]

Und ob der holde Tag vergangen
Mit seiner frühlingshellen Pracht,
Der Blume wird es doch nicht bangen
Vor trüber, sternenloser Nacht.

Denn was von Strahlen sich ergossen,
Das webt in ihr den schönsten Traum;
Des Frühlings Wonne ruht verschlossen
In ihres Kelches duft'gem Raum.

So öffne dich, o Herz, der Liebe,
Schließ' ihre Strahlen in dich ein,
Dann wird's in Nächten bang und trübe
In deinem Innern Frühling sein.

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3. Neuer Frühling [sung text not yet checked]

Neuer Frühling ist gekommen,
Neues Laub und Sonnenschein,
Jedes Ohr hat ihn vernommen,
Jedes Auge saugt ihn ein.
Und das ist ein Blühn und Sprießen,
Waldesduften, Quellenfließen,
Und die Brust wird wieder weit,
Frühling, Frühling, goldne Zeit!

Von [dem]1 Felsen in die Weite
Fliege hin, mein Frühlingssang,
Ueber Ströme und Gebreite,
Durch Gebirg und Blüthenhang!
Darf nicht wandern, muß ja bleiben,
Ob's mich ziehn auch will und treiben,
Doch so weit mein Himmel blaut
Singen, singen will ich laut!

Wie die Welt auch wechselnd gehe,
Wie das Schicksal auch mich treibt,
Komme Glück und komme Wehe,
[Fest doch weiß ich was mir bleibt:] 2
Fester Mut der freien Seele
Und die freudge Liederkehle,
Lebenslust und Lebensdrang,
Goldnes Leben im Gesang!

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Confirmed with Otto Roquette, Liederbuch, Stuttgart und Tübingen: J.G. Cotta'scher Verlag, 1852, pages 215-216.

1 Schaffgotsch: "den"
2 Schaffgotsch: "Wenn nur Eines mir verbleibt:"

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4. Oft sinn' ich hin und wieder [sung text not yet checked]

Oft sinn' ich hin und wieder:
Was treibt mich zu ihr hin?
Sind's ihre süßen Lieder,
[Oder ist's]1 ihr froher Sinn?

Was hält mich so gefangen
Wenn ihre Stimme schallt?
Ist's unbewußt Verlangen,
Ist's ihres Aug's Gewalt?

's ist nicht der Wuchs, der schöne,
Und nicht des Auges Strahl,
Auch nicht die süßen Töne;
's ist Alles allzumal!

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Confirmed with Ausgewählte Dichtungen von Friedrich Bodenstedt, Zweite Auflage, Berlin: Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R.v. Decker), 1864, page 263.

1 Humperdinck: "Ist es"

Research team for this text: Malcolm Wren [Guest Editor] , Sharon Krebs [Guest Editor]