Drei Lieder für 1 mittlere Singstimme mit Pianoforte , opus 13

by Louis Victor Franz Saar (1868 - 1937)

1. Der traurige Garten [sung text not yet checked]

Ach Gott, wie weh thut Scheiden,
Hat mir mein Herz verwundt',
Nun zieh' ich über Haiden 
Und traur' zu jeder Stund'.
Der Stunden, der find all zu viel,
Mein Herz trägt heimlich Leiden,
Wie wohl ich oft fröhlich bin.

Hatt' mir ein Gärtlein koren 
Von Veil und grünen Klee,
Ist mir zu früh erfroren,
Thut meinem Herzen weh;
Ist mir erfror'n beim Sonnenschein
Ein Kraut: Jelängerjelieber, 
Ein Blümlein: Vergißnichtmein.

Das Blümlein holder Minne, 
Das ist von edler Art.
Es ist ein Kaiserinne
Gar wunderlieb und zart:
Hat mir mein junges Herz erfreut! 
Wenn ich an sie gedenke,
Verschwunden ist all' mein Leid. 

Authorship:

Based on:

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Confirmed with Das Buch der Lieder von Müller von der Werra, Leipzig, Ludwig Denicke, 1866, page 248.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Harfenmädchens Lied [sung text not yet checked]

Heute, nur heute 
bin ich so schön,
morgen, ach, morgen
muß alles vergeh'n!

Nur diese Stunden
bist du noch mein;
sterben, ach, sterben
soll ich allein.

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Gary Bachlund) , "Today, just for today", written 2011, copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Aujourd'hui, juste aujourd'hui", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Note: Reger SW lists this as "Dichter[in] unbekannt" (unknown poet)
Sometimes included in anthologies as "Lied des Harfenmädchens"

Researcher for this text: Peter Donderwinkel

3. Öder Garten [sung text not yet checked]

Einsamer Garten,
Öde und leer,
Grämt dich das Warten?
Kommt sie nicht mehr?
Stehst so verstummet,
Sonneverbrannt,
Bienchen nur summet
Müde durchs Land.

Blühet ein andrer
Garten so fern,
Aber der Wandrer
Sieht ihn nicht gern,
Dorten gar stille
Ging sie zur Ruh,
Blumen die Fülle
Decken sie zu.

Rosen und Nelken,
Die sie gehegt,
Müsset nun welken,
Niemand euch pflegt!
Nimmer ach! pflückt sie
Röselein roth,
Rose, geknickt sie
Selber vom Tod!

Bläulich gesandelt,
Schattiger Gang,
Wo sie gewandelt
Oft mit Gesang,
Magst dich begrasen
Traurig mit Grün,
Ueber den Rasen
Lüfte nur ziehn!

Wehende Ranken,
Geisblattgeäst,
Süßer Gedanken
Trauliches Nest,
Schattige Laube,
Sinke nur ein,
Ach, meine Taube
Denkt nicht mehr dein!

Ragende Tannen,
Ihr dort am Zaun,
Wollt ihr von dannen
Aus nach ihr schaun?
Beben die düstern
Zweige, als rühr'
Sanft sie ein Flüstern
Geistweis von ihr!

Einsamer Garten,
Öde und leer,
Grämt dich das Warten?
Kommt sie nicht mehr?
Stehst so verstummet,
Sonneverbrannt,
Bienchen nur summet
Müde durchs Land.

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]