Liebesscherz. 3 Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

by Julius Steenburg

Word count: 369

1. Walthers Lied [sung text not yet checked]

Ich möcht' an alle Fenster schleichen,
So sacht als wie der Mondenschein,
Und unsichtbar ein Ringlein reichen
In all' die trauten Kämmerlein.

Und Die ich drin am Stillsten fände,
Fromm waltend in verständ'gem Plan,
Der zög' ich an mein Herz die Hände,
Und steckt' ihr traut mein Ringlein an.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Kuriose Geschichte [sung text not yet checked]

Ich bin [einmal etwas hinausspaziert]1,
Da ist mir ein närrisch Ding passiert:
Ich sah einen Jager am Waldeshang,
Ritt auf und nieder den See entlang;
Viel Hirsche sprangen am Wege dicht;
Was tat der Jäger? - er schoß sie nicht,
Er blies ein Lied in den Wald hinein -
Nun sagt mir, ihr Leut', was soll das sein?

Und als ich weiter bin fort spaziert,
Ist wieder ein närrisches Ding mir passiert:
In kleinem Kahn eine Fischerin
Fuhr stets am Waldeshange dahin;
Rings sprangen die Fischlein im Abendlicht;
Was tat das Mädchen? - Sie fing sie nicht,
Sie sang ein Lied in den Wald hinein -
Nun sagt mir, ihr Leut', was soll das sein?

Und als ich wieder zurück spaziert,
Da ist mir das narrischste Ding passiert:
Ein leeres Pferd mir entgegen kam,
Im See ein leerer Nachen schwamm;
Und als ich ging an den Erlen vorbei,
Was hört ich drinnen ? - Da flüsterten Zwei,
Und 's war schon spät und Mondenschein -
Nun sagt mir, ihr Leut', was soll das sein?

Authorship

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First published in Lieder eines Malers mit Randzeichungen seiner Freunde, 1833

1 Seiffert: "einmal hinausspaziert"(according to Hofmeister); Wallnöfer: "einmal Abends hinausspaziert"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Die verschwiegene Nachtigall [sung text not yet checked]

  Unter der Linden,
An der Haide,
Wo ich mit meinem Trauten saß,
  Da mögt ihr finden,
Wie wir beide
Die Blumen brachen und das Gras.
  Vor dem Wald mit süßem Schall,
Tandaradei!
Sang im Thal die Nachtigall.

  Ich kam gegangen
Zu der Aue,
Mein Liebster kam vor mir dahin.
  Ich ward empfangen,
Als hehre Fraue,
Daß ich noch immer selig bin.
  Ob er mir auch Küsse bot?
Tandaradei!
Seht, wie ist mein Mund so roth!

  Da gieng er machen
Uns ein Bette
Aus süßen Blumen mancherlei,
  Des wird man lachen
Noch, ich wette,
So Jemand wandelt dort vorbei.
  Bei den Rosen er wohl mag,
Tandaradei!
Merken wo das Haupt mir lag.

  Wie ich da ruhte,
Wüßt' es Einer,
Behüte Gott, ich schämte mich.
  Wie mich der Gute
Herzte, Keiner
Erfahre das als er und ich.
  Und ein kleines Vögelein,
Tandaradei!
Das wird wohl verschwiegen sein.

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Based on

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Peter Low) , "Under the lindens on the heath", copyright © 2002, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Le rossignol secret", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Lieder der Minnesinger, Elberfeld, A. L. Friderichs, p. 144


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