Zwei Szenen aus dem Schauspiel Lacrimas

by Franz Peter Schubert (1797 - 1828)

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1. Lied der Delphine [sung text checked 1 time]

Ach was soll ich beginnen
Vor Liebe?
Ach, wie sie innig durchdringet
Mein Innres!
Siehe, Jüngling, das Kleinste
Vom Scheitel
Bis zur Sohl', ist dir einzig
Geweihet.
O Blumen! Blumen! verwelket,
Euch pfleget
Nur, bis sie Lieb' erkennet,
Die Seele.
Nichts will ich thun, wissen und haben,
Gedanken
Der Liebe, die mächtig mich [faßte]1,
Nur tragen.
Immer sinn' ich, was ich aus Inbrunst
Wohl könne thun,
Doch zu sehr hält mich Liebe im Druck,
Nichts läßt sie zu.
Jetzt, da ich liebe, [mögt']2 ich erst leben,
Und sterbe,
Jetzt, da ich liebe, [mögt']2 ich [hell]3 brennen,
Und welke.
Wozu auch Blumen reihen und wässern?
Entblättert!
So sieht, wie [mich Liebe]4 entkräftet,
Sein Spähen.
Der Rose Wange will bleichen,
Auch meine.
Ihr Schmuck zerfällt, wie verscheinen
Die Kleider.
Ach Jüngling, da du mich erfreuest
[Durch]5Treue,
Wie kann mich mit Schmerz so bestreuen
Die Freude?

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Cançó de Delfina", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Lawrence Snyder) (Rebecca Plack) , no title, copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Lacrimas, ein Schauspiel. Herausgegeben von August Wilhelm Schlegel. Berlin, Im Verlage der Realschulbuchhandlung. 1803, pages 118-119.

The text appears in Lacrimas, vierter Aufzug, zweyte Szene (Lied der Delphine).

1 Schubert: "fassen"
2 Schubert: "möcht'"
3 Schubert: "erst"
4 Schubert: "Liebe mich"
5 Schubert: "Mit"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]

2. Lied des Florio [sung text checked 1 time]

Nun, da Schatten niedergleiten,
Und die Lüfte zärtlich wehen,
Dringet Seufzen aus der Seele,
Und umgirrt die treuen Saiten.
Klaget, daß ihr mit mir sterbet
Bittern Tod, wenn die nicht heilet,
Die den Becher mir gereichet,
Voller [Gift in süßem Scherbet]1. 
Erst mit Tönen, sanft wie Flöten,
Goß sie Schmerz in meine Adern;
Sehen wollte sie der Kranke,
Und nun wird ihr Reiz ihn tödten.
Nacht, komm her, mich zu umwinden
Mit dem farbenlosen Dunkel!
Ruhe will ich bey dir suchen,
Die mir noth thut bald zu finden.

Authorship

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Cançó del Florio", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Lawrence Snyder) (Rebecca Plack) , copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Lacrimas, ein Schauspiel. Herausgegeben von August Wilhelm Schlegel. Berlin, Im Verlage der Realschulbuchhandlung. 1803, pages 92-93.

The text appears in Lacrimas, dritter Aufzug, sechste Szene (Lied des Florio).

1 Schubert: "Gift, daß ich und ihr verderbet"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]