Drei Nachtgesänge für Männerchor

by Max Stange (1856 - 1932)

Word count: 240

1. In der Sommernacht [sung text not yet checked]

[Nun]1 liegt die Welt im Traume, 
Berauscht von Glanz und Duft --
Kein Blatt regt sich am Baume, 
Kein Vöglein in der Luft. 

Die müden Sterne neigen 
Zur Ruh' schon ihren Lauf, 
Doch mir im Herzen steigen 
Noch schön're Sterne auf. 

Was mir der Tag beschieden, 
Ward sorglos nie vollbracht, 
Doch selig ist der Frieden 
Der stillen heiligen Nacht!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Friedrich Bodenstedt, Aus dem Nachlasse Mirza-Schaffy's Neues Liederbuch, Berlin: A. Hoffmann & Comp., [1878], page 171.

1 S. de Lange: "Noch"; further changes may exist not shown above.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Die Nacht [sung text not yet checked]

Wie schön hier zu verträumen
Die Nacht im stillen Wald,
Wenn in den dunklen Bäumen
Das alte Märchen hallt.

Die Berg' im Mondesschimmer
Wie in Gedanken stehn,
Und durch verworrne Trümmer
Die Quellen klagend gehn.

Denn müd' ging auf den Matten
Die Schönheit nun zur Ruh',
Es deckt mit kühlen Schatten
Die Nacht das Liebchen zu.

Das ist das irre Klagen
In stiller Waldespracht,
Die Nachtigallen schlagen
Von ihr die ganze Nacht.

Die Stern' gehen auf und nieder –
Wann kommst du, Morgenwind,
Und hebst die [Schatten]1 wieder
Von dem verträumten Kind?

Schon rührt sich's in den Bäumen,
Die Lerche weckt sie bald –
So will ich treu verträumen
Die Nacht im stillen Wald.

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First published in Dichter und ihre Gesellen in 1834.

Confirmed with Joseph Freiherrn von Eichendorff's sämtliche poetische Werke, dritte Auflage, Erster Band, Gedichte, C. F. Amelang's Verlag, Leipzig, 1883, page 30.

1 Herzogenberg: "Schleier"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Claus-Christian Schuster

3. Sphärenklang [sung text not yet checked]

Über der dunkeln Heide
Wie weit, wie klar die Nacht!
Mein Aug' in stiller Weide
Versinkt in ihrer Pracht.

Aufblickend fließt durchs Blaue
Wie Gold der Sterne Zug;
Ich spüre, wie ich's schaue,
Der Erde leisen Flug.

Das Haupt zurückgebogen,
Emporgespannt den Blick,
Fühl' ich's in mir wie Wogen
Leis flutender Musik,

Als käm' ein Widerhallen
Von jenen Harmonien,
Darin die Sphären wallen,
Durch meine Brust zu ziehn.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]