Erotische Blätter. 5 Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

by Alfred Tofft (1865 - 1931)

Word count: 276

1. Der stille Trinker [sung text not yet checked]

Sie schwenkten die Kannen
Und priesen die Mädchen,
Marien und Annen,
Lieschen  und Kätchen.
Nur einer sass in der Ecke allein,
Stumm, beim Wein;
Der [musste]1 wohl ohne Liebchen sein. 

Die Wächter riefen
Und bliesen Zwei;
Die Zecher schliefen
Auf Stroh und Heu. 
Der stille Trinker allein nicht schlief,
Stand auf und lief --
Wohin? -- Weiss [ich's]2? -- Stille Wasser sind tief!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "The quiet drinker", copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Rudolf Baumbach, Lieder eines fahrenden Gesellen, Leipzig: Verlag von A. G. Liebeskind, 1882, page 32.

1 Sinigaglia: "musst' "
2 Sinigaglia: "ich"

Research team for this text: Malcolm Wren [Guest Editor] , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Mein Liebchen [sung text not yet checked]

Mein Liebchen ist kein stolzes Schloß,
Dran prunkend reiche Säulen stehn,
Nach dessen Fenstern hoch zu Roß
Viel [Herrn mit eitelm Grüsse]1 sehen.

'sist nur ein Kirchlein tief im Wald,
[Drum]2 ranket Ros' und Rebe sich.
So klar [und fromm]3 sein Glöcklein schallt
Und niemand betet drin als ich.

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Confirmed with Oscar von Redwitz-Schmölz, Gedichte, Mainz: Kirchheim und Schott, 1852. Appears in Minnelieder, no. 9, page 21.

1 Pfitzner: "eitle Herren grüßend"
2 Pfitzner: "Dran"
3 Pfitzner: "Darin"

Research team for this text: John Versmoren , Melanie Trumbull

3. Das Blatt im Buche [sung text not yet checked]

Ich [hab']1 eine alte Muhme,
  Die eine altes Büchlein hat;
Es liegt in dem alten Buche
  Ein altes dürres Blatt.

So dürr sind auch wohl die Hände,
  Die's einst im Lenz ihr gepflückt.
Was mag doch die Alte haben?
  Sie weint, wenn sie's erblickt.

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1 Schultz: "hatte"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Peter Donderwinkel

4. Triftiger Grund [sung text not yet checked]

Dirnlein kommt vom Maientanz,
Hat sich müde gesprungen.
Fragt die Mutter, "Wo ist dein Kranz,
Den ich in's Haar dir geschlungen?"

"Als ich schritt durch die Felder hin,
Kam der Wind gefahren,
Riss mir Myrthe und Rosmarin 
Ungestüm aus den Haaren."

Macht die Mutter ein ernst Gesicht,
Legt die Stirne in Falten,
"Mädel, hast du zwei Hände nicht
Fest dein Kränzel zu halten?"

"Musste mit beiden Händen just 
Meinen Friedel umfassen,
Als wir uns küssten nach Herzenslust. --
Konnt' ich ihn fahren lassen?"

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Frederick W. Bancroft)
  • ENG English (Sharon Krebs) , "A compelling reason", copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Rudolf Baumbach, Lieder eines fahrenden Gesellen, vierte Auflage, Leipzig: Verlag von A. G. Liebeskind, 1882, pages 124-125.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

5. An einen Boten [sung text not yet checked]

Wenn du bei [mei'm]1 [Schätzel]2 kommst,
Sag', ich ließ sie grüßen.
Wenn sie fraget, wie mir's geht,
Sag', auf beiden Füßen.
Wenn sie fraget, ob ich krank,
Sag', ich sei gestorben
Wenn sie an zu weinen fangt,
Sag', ich käme morgen.

Authorship

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1 According to Hofmeister: Henschel, Neruda: "me'm"; Meyer-Helmund: "mein'm"; Machts: "mei'n"; Reiter: "mein' "; further changes may exist not noted above.
2 Machts: "Schätzerl"; further changes may exist not noted above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]