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Drei Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

by Arnold Nöldeke (1865 - 1945)

1. Das Mädchen und der Schmetterling [sung text not yet checked]

Lustwandelnd [schritt]1 ein [Mädchen]2
In kühlem Waldesgrund,
Und als sie dort sich bückte,
Zum Strauß sich Blumen pflückte,
Da kam ein bunter Falter 
Und küßte ihren Mund.

"Verzeih' mir," sprach der Falter, 
"Verzeih' mir mein Vergeh'n, 
Ich wollte Honig nippen
Und hatte deine Lippen,
Dein rothes, rothes Mündchen 
Für Rosen angeseh'n."

Da sprach zu ihm das Mädchen: 
"Für diesmal, kleines Ding,
Will ich dir gern vergeben;
Doch merke dir daneben: 
Nicht blühen diese Rosen 
Für jeden Schmetterling."

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , "The maiden and the butterfly"
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Mme. Picamal Carcanade) , "La jeune fille et le papillon"

View original text (without footnotes)

Confirmed with Iris, Pariser & Wiener Damen-Moden-Zeitung, XI. Jahrgang, IV. Band, 4. Lieferung (23. Oktober 1859), page 157

1 Rittershaus, Spielter: "ging"; further changes may exist not noted above.
2 Meyer-Helmund: "Mägdelein"; further changes may exist not noted above.

Research team for this text: Peter Donderwinkel , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Diebstahl [sung text not yet checked]

  Mädel trug des Wegs daher
Einen Korb voll Blüten,
Knabe schlich sich hinterher,
 -- Mädel kann sich hüten! --
Denn der Knabe, der war keck,
Stahl die schönsten Blüten weg.
  O du böser Knabe!

Knabe läuft und bringt nach Haus
Die gestohlnen Blüten;
Doch mit Lachen war es aus,
-- Knabe kann sich hüten! --
Denn ein Schelm das Mädel war,
Stahl ihm seine Ruhe gar,
  O du böses Mädel!

Drauf, als sie sich wieder sah'n,
Wie sie beid' erglühten!
Schleicht der Knabe sich heran,
-- Mädel kann sich hüten! --
Und eh' sie es nur geglaubt,
Hat er Kuß auf Kuß geraubt.
  O du böser Knabe!

Mädel mußt' sich fügen drin,
Denn mit Kuß und Blüten
Ging auch Herz und Hand dahin,
-- Konnt' sich nicht mehr hüten! --
Und so stahlen, auf mein Wort,
Beid' am Ende selbst sich fort.
  [Liebe]1 machet Diebe!

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Michael P Rosewall) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission

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1 Blodek: "Oh Liebe"

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Wer hat das erste Lied erdacht? [sung text not yet checked]

Wer hat das erste Lied erdacht,
  Das in die Lüfte scholl?
Der Frühling fand's in lauer Nacht,
  Das Herz [von]1 Wonne voll;
Er sang es früh im Fliederbaum
  Und schlug den [Tact]2 dazu:
"O Maienzeit, o Liebestraum,
  Was ist so süß wie Du?"

Da kamen Mück' und Käferlein,
  Waldvöglein [sonder]3 Zahl;
[Die]4 übten [sich die Weise]5 ein,
  Wohl an die tausend Mal.
Sie trugen's durch den Himmelsraum
  Und durch die Waldesruh:
"O Maienzeit, o Liebestraum,
  Was ist so süß wie Du?"

Mir sang's am Bach die Nachtigall,
  Da ward mir wonnig weh;
Nun folgt das Lied mir überall
  Durch [Duft]6 und Blütenschnee.
Ich pflück' den Zweig vom Fliederbaum
  Und sing' es immerzu:
"O Maienzeit, o Liebestraum,
  Was ist so süß wie Du?"

Authorship:

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (John H. Campbell) , "Who invented the first song", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Die Gartenlaube. Illustrirtes Familienblatt, Band XXVII, Nr. 23 (1879), page 386.

1 Weidt: "vor"
2 Abt, Busoni: "Takt"
3 Abt: "ohne"
4 Busoni: "Sie"
5 Weidt: "ihre Weisen"
6 Busoni: "Luft"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , John H. Campbell , Sharon Krebs [Guest Editor] , Johann Winkler
Total word count: 337