Zwei Sprüche nach Texten von Friedrich Schiller

Song Cycle by Wolfgang Michael Rihm (b. 1952)

1. Spruch des Confucius I [sung text checked 1 time]

Dreyfach ist der Schritt der Zeit,
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.

Keine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein [Zweifeln]1 zügelt
Ihren Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu, kein Zaubersegen
Kann die stehende bewegen.

Möchtest du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise,
Nimm die Zögernde zum Rath,
Nicht zum Werkzeug deiner That.
Wähle nicht die Fliehende zum Freund,
Nicht die Bleibende zum Feind.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Spreuken van Confucius", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Malcolm Wren) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Sentence de Confucius", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Gedichte von Friederich Schiller, Erster Theil, Leipzig, 1800, bey Siegfried Lebrecht Crusius, page 66.

1 Schubert: "Zweifel"

Research team for this text: Martin-Beatus Meier , Peter Rastl [Guest Editor]

2. Spruch des Confucius II [sung text checked 1 time]

Dreifach ist des Raumes Maß,
rastlos fort ohn Unterlass
strebt die Länge; fort ins Weite
endlos gießet sich die Breite;
grundlos senkt die Tiefe sich.
Dir ein Bild sind sie gegeben:
rastlos vorwärts musst du streben,
nie ermüdet stille stehn,
willst du die Vollendung sehn.
Musst ins breite dich entfalten,
soll sich dir die Welt gestalten;
in die Tiefe musst du steigen,
soll sich dir das Wesen zeigen.
Nur Beharrung führt zum Ziel,
nur die Fülle führt zur Klarheit,
und im Abgrund wohnt die Wahrheit!

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Researcher for this text: Bertram Kottmann
Total word count: 162