Fünf Lieder nach Gedichten von Nikolaus Lenau

Song Cycle by Albert Moeschinger (1897 - 1985)

1. An Agnes [sung text checked 1 time]

Wo kein Strahl des [Lichtes blinket]1,
Wo kein Thau von Tränen sinket,
In die Stille nieder
Und hinaus in alle Weiten
Nächtlicher Vergessenheiten
Dringen deine Lieder.

Die entflohn und nicht mehr kamen,
Freuden mit verlornen Namen
Kannst du wiederbringen;
Lauschend treten alle Schmerzen
Leiser auf in meinem Herzen,
Hören sie dich singen.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Nicolaus Lenau, Sämmliche Gedichte, herausgegeben von Anastasius Grün, zweiter Band, Stuttgart und Augsburg, J. G. Cotta Verlag, 1855, page 204.

1 Teichmüller: "Lichts hinblinket"; further changes may exist not noted.

Researcher for this text: Harry Joelson

2. Nach Süden [sung text checked 1 time]

Dort nach Süden zieht der Regen,
Winde brausen südenwärts,
Nach des Donners fernen Schlägen,
Dort nach Süden will mein Herz.

Dort im fernen Ungarlande
Freundlich schmuck ein Dörfchen steht,
Rings umrauscht von Waldesrande,
Mild von Segen rings umweht.

An des Dörfchens stillem Saume
Ist ein Hüttlein hingestellt,
Das in seinem schmalen Raume
Wahret meine Herzenswelt.

Bäume, die dem Wald entsprungen,
Sehnend nach dem Hüttlein sich,
Halten Dach und Wand umschlungen
Mit den Zweigen inniglich.

Aus dem Fenster blickt nun schweigend
Lilla nach dem Wald hinaus,
Ihr Gesichtchen traurig neigend,
Blickt sie nach dem Laubgebraus.

Und sie siehts mit stillem Sinnen,
Und sie sieht es bang gerührt,
Wie die Wasser niederrinnen,
Wie der Wind das Laub entführt.

Lauter wogt der Bach und trüber,
Lauter wird der Lüfte Streit,
Hörbar rauscht die Zeit vorüber
An des Mädchens Einsamkeit.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Vers le sud", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Neuere Gedichte von Nicolaus Lenau, Stuttgart, Hallberger'sche Verlagshandlung, 1838, page 10.


Researcher for this text: Harry Joelson

3. Das Mondlicht [sung text checked 1 time]

Dein gedenkend irr' ich einsam
Diesen Strom entlang;
Könnten lauschen wir gemeinsam
Seinem Wellenklang! 

Könnten wir zusammenschauen
In den Mond empor,   
Der da drüben aus den Auen
Leise taucht hervor. 

Freundlich streut er meinem Blicke
Aus dem Silberschein 
Stromhinüber eine Brücke   
Bis zum stillen Hain. 

[ ... ]

Daß doch mein Geschick mir brächte  
Einen Blick von dir!  
Süßes Mondlicht meiner Nächte,
Mädchen, bist du mir! 

Wenn nach dir ich oft vergebens
In die Nacht gesehn,
Scheint der dunkle Strom des Lebens
Trauernd still zu stehn;

Wenn du über seinen Wogen
Strahlest zauberhell,
Seh' ich sie dahingezogen,
Ach!  nur allzuschnell!

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le clair de lune", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed by Nicolaus Lenau's sämmtliche Werke, erster Band, Stuttgart und Augsburg: J. G. Cotta'scher Verlag, 1855. from Sehnsucht, pages 17 - 18.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Melanie Trumbull

4. Herbstlied [sung text checked 1 time]

Rings trauern die Entlaubten,
Vom kalten Wind durchweht,
Die Tannen nur behaupten
Ihr dunkles Grün so spät.

Wenn's Vöglein baut sein Lager,
So grünt das Tannenreis
Und grünt, wenn's Wild sich, hager,
Scharrt Wurzeln aus dem Eis.

Die Buche seh ich schwinden
Im Froste, lebenssatt,
Wie sie den kalten Winden
Hinwirft das letzte Blatt.

Zu meiner Seele Trauer
Die Buche besser stimmt,
Daß sie den Winterschauer
Sich so zu Herzen nimmt.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Chanson d'automne", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission

Confirmed with Neuere Gedichte von Nicolaus Lenau, Stuttgart, Hallberger'sche Verlagshandlung, 1838, page 136.


Researcher for this text: Harry Joelson

5. Vergangenheit [sung text checked 1 time]

Hesperus, der blasse Funken,
Blinkt und winkt uns traurig zu.
Wieder ist ein Tag gesunken
In die stille Todesruh';

Leichte Abendwölkchen schweben
Hin im sanften Mondesglanz,
Und aus bleichen Rosen weben
Sie dem toten Tag den Kranz.

Friedhof der entschlaf'nen Tage,
Schweigende Vergangenheit!
Du begräbst des Herzens Klage,
Ach, und seine Seligkeit!

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Passé", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
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