Die Freiharstbuben. Ein Liederkreis

Song Cycle by Karl Munzinger (1842 - 1911)

Word count: 592

1. Abschied [sung text not yet checked]

"Eine Trommel hör ich schlagen,
wohl schlagen durch das Land!
Herab, du alt Gewaffen,
herab von deiner Wand!"

"Laß schlagen, Kind, laß schlagen
und bleib bei mir zu Haus!
Mancher Jungknab zog zu Kriege
und kam nicht mehr heraus."

"Die Trommel und ihr Schlagen
hör ich bei Tag und Nacht,
hat mich um alle Freude,
um alle Ruh gebracht."

"Dein Vater starb im Kampfe,
und du, mein einzger Sohn,
wirst auch im Streit verderben,
das weiß ich Ärmste schon."

"Mein Leben und mein Sterben
ist all auf Gott gestellt,
mir wird kein schöner Ende
denn vor dem Feind im Feld!"

Authorship

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Confirmed with Adolf Frey, Gedichte, Leipzig: H. Haessel Verlag, 1886. Appears in Lieder eines Freiharstbuben 1476, page 169.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Harry Joelson , Melanie Trumbull

2. Morgenlied [sung text not yet checked]

Es flitzt der erste Sonnenstrahl 
auf meinen blanken Hartbartstahl
und läßt ihn hell erglühen.

So grüß dich Gott, du junger Tag!
Es lüstet mich nach Stich und Schlag,
mein Herz hebt an zu blühen.

Willkommen, Strauß und frischer Streit,
willkommen, der Ehren grüne Zeit,
Mannheit will sich erwahren!

Hallo! laßt uns im Morgenrot
grad an den Feind mit Mord und Tod
wie Sturm und Wetter fahren!

Authorship

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Confirmed with Adolf Frey, Gedichte, zweite vermehrte Auflage, Leipzig: H. Haessel Verlag, 1908. Appears in Lieder eines Freiharstbuben 1476, page 308.


Research team for this text: Harry Joelson , Melanie Trumbull

3. Zu Kampf und Sieg [sung text not yet checked]

[Ich weiß]1 auf dieser weiten Welt
kein süßre Lust und Freude,
als stürmend an den Feind zu gehn 
gradan auf grüner Heide.

Die Trommel rollt, die Trommel dröhnt,
die Stürmerschritte schallen,
und wer im Streit darniederstürzt,
ist schön und gut gefallen!

Authorship

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Confirmed with Adolf Frey, Gedichte, Leipzig: H. Haessel Verlag, 1886. Appears in Lieder eines Freiharstbuben 1476, page 171.

1 Munzinger: "Uns blüht"; further changes may exist not shown above.

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4. Lustiger Krieg [sung text not yet checked]

Wir fuhren aus in's Unterland,
Allwo ein trutzig Städtlein stand.
Der Feind gab hurtig Fersengeld
Und überließ uns Sieg und Feld,
Das Städtlein obendrein.
Da floß kein einzig Tröpflein Blut,
Wir hatten nichts als frohen Muth
Und eitel guten Wein.

Authorship

Confirmed with Adolf Frey, Gedichte, Leipzig: H. Haessel Verlag, 1886. Appears in Lieder eines Freiharstbuben 1476, page 170.


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5. Vennerlied : Terzett [sung text not yet checked]

Es wandert allerenden geharnischt Volk daher
 . . . . . . . . . .

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6. Kriegers Morgenlied vor der Schlacht [sung text checked 1 time]

Wir schaaren uns zum Banner, 
Da schon der Morgen tagt 
Und rufen deine Gnade, 
Maria, reine Magd! 

Du weißt der Seele Noth, 
Weißt alle Fehl und Sünden, 
Lass' deine Hut uns finden, 
Wenn uns der Kampf umdroht! 

Wir treten kühn zum Streite, 
Wie es dem Freien frommt; 
Unser Muth bleibt ungebrochen, 
Wenn es zum Sterben kommt.  

Das Harsthorn ruft uns schon, 
Soll'n wir im Streite sterben, 
Lass' uns den Himmel erwerben 
Durch Christum deinen Sohn! 

Authorship

Research team for this text: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull

7. Der Freiharstbuben Jagdlied [sung text not yet checked]

Es geht ein Waidmann pirschen
 . . . . . . . . . .

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Authorship

8. Tanzlied [sung text not yet checked]

Fasset die Lanze 
Zum blutigen Tanze!  
Lasset uns fahren 
Zum Streite zuhauf! 
Grad in die Schaaren 
Richtet den Lauf! 
Heisa, wir springen so schnelle, 
Und der Tod, der bleiche Geselle, 
Springt uns vorauf!  

Schwinget die Lanze 
Im blutigen Tanze! 
Schlaget die Schilde 
Den Feinden entzwei! 
Das ist die wilde 
Kriegstanzmelodei! 
Pfeifende Kugeln sie sausen, 
Gellende Hörner erbrausen 
Durch das Geschrei!  

Schwinget die Lanze 
Im blutigen Tanze! 
Sinkt auch manch einer 
Im Sturme dahin, 
Bejammert ihn keiner 
Mit weibischem Sinn!  
Heisa, wir Freiharstgesellen 
Schlingen laut jauchzend den schnellen 
Reigen dahin!  

Authorship

Confirmed with Adolf Frey, Gedichte, Leipzig: H. Haessel, 1886. Appears in Lieder eines Freiharstsbuben, pages 175 - 176.


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9. Abends [sung text not yet checked]

Nun ruh' ich neben Schwert und Speer 
Und meine Wunde brennt mich sehr,  
Hilf, Herr, laß mich gesunden 
Und laß im Morgensonnenschein 
Mich wieder heil und rüstig sein! 

Doch wenn es steht in deinem Schluß, 
Daß ich zur Grube fahren muß, 
So will ich mich nicht grämen. 
Mir ist nur weh um's Mütterlein, 
Das wird auf immer traurig sein.

Authorship

Confirmed with Adolf Frey, Gedichte, Leipzig: H. Haessel Verlag, 1886. Appears in Lieder eines Freiharstbuben 1476, page 182.


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10. Der Tote [sung text not yet checked]

Stark an Leib und jung an Jahren, 
Bist du in den Tod gefahren, 
Doch dein Tod ist schön und groß; 
Prangend mit der breiten Wunde, 
Herben Trotz auf bleichem Munde 
Liegst du, lieber Kampfgenoß.  

Ach, am grünen Seeesufer
Sank noch mancher Schlachtenrufer, 
Der heut freudig mit uns stritt. 
Aber über ihren Leichen 
Unter grimmen Rachestreichen 
Lenkten wir den eh'rnen Schritt.  

Denn so weit die Augen schauen 
Liegen auf den blut'gen Auen 
Feindesleichen ausgestreckt;  --  
Konntest du nicht mit uns siegen, 
Sollst du doch als Sieger liegen, 
Wo den Feind die Erde deckt.  

Dies sei deine letzte Ehre: 
Mit dem Schwert und mit dem Speere 
Senken hier wir dich hinab;   
Dreimal soll das Horn erschallen, 
Schmetternd in die Weite hallen 
Über deinem jungen Grab.  

Authorship

Confirmed with Die poetische Nationalliteratur der deutschen Schweiz, vierter Band, ed. by Dr. J. J. Honegger, Glarus: J. Vogel, 1876, page 758. Appears in Lieder eines Freiharstbuben 1476


Research team for this text: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull