Nachklang. Fünf Lieder nach Texten von J. W. Goethe für Bariton und Klavier

Song Cycle by Jürg Baur (b. 1918)

Word count: 294

1. An den Mond [sung text checked 1 time]

Füllest wieder Busch und Thal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;

Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh- und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud' und Schmerz
In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd' ich froh,
So verrauschte Scherz und Kuß,
Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,
Was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Thal entlang,
Ohne Rast [und]1 Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu,

Wenn du in der Winternacht
Wüthend überschwillst,
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Haß verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt,

Was, von Menschen nicht gewußt
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Aan de maan", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Emily Ezust) , "You fill bush and valley again", copyright ©
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Alla luna", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)

Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung, 1827, pages 111-112; and with Goethe's Schriften, Achter Band, Leipzig, bey Georg Joachim Göschen, 1789, pages 153-154.

Note: The initial version of this poem, sent to Charlotte von Stein in March 1778, has not been published by Goethe (see below).

1 Schubert (D.296 only): "und ohne"

Research team for this text: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]

2. Beherzigung [sung text not yet checked]

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3. Selbstbetrug [sung text checked 1 time]

Der Vorhang schwebt hin und her
Bei meiner Nachbarin.
Gewiss, sie lauscht überquer,
Ob ich zu Hause bin,

Und ob der eifersücht'ge Groll,
Den ich am Tag gehegt,
Sich, wie er nun auf immer soll,
Im tiefen Herzen regt.

Doch leider hat das schöne Kind
Dergleichen nicht gefühlt.
Ich seh', es ist der Abendwind,
Der mit dem Vorhang spielt.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Spruch [sung text not yet checked]

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5. Freibeuter [sung text checked 1 time]

Mein Haus hat kein' Tür, 
Mein' Tür hat ke' Haus
Und immer mit Schätzel 
Hinein und heraus.

Mei Küch' hat ke' Herd, 
Mei Herd hat ke' Küch:
Da bratet's und siedet's 
Für sich und für mich.

Mei' Bett hat ke' G'stell, 
Mei G'stell hat ke' Bett;
Doch wüßt ich nit e'nen,
Der's lustiger hett.

Mei Keller is hoch, 
Mei Scheuer is tief,
Zu oberst zu unterst 
Da lag ich und schlief.

Und bin ich erwachen, 
Da geht es so fort:
Mei Ort hat ke' Bleibens, 
Mei Bleibens ke'n Ort.

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  • ENG English (Gary Bachlund) , "The freeloader", written 2010, copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission

Note: the text is a parody of "Aus ist es mit mir", from Des Knaben Wunderhorn.
First line of Taubert's setting (according to the Musikalien-catalog von Heinrichshofen's Verlag in Magdeburg): "Mei Haus hat ka' Thür"

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