Vier Lieder für 1 mittlere Stimme mit Pianoforte

Song Cycle by Ludwig Stollbrock

Word count: 295

1. Herbstlied [sung text not yet checked]

Feldeinwärts flog ein Vögelein
Und sang im muntern Sonnenschein
Mit süßem, wunderbaren Ton:
Ade, ich fliege nun davon,
      Weit! Weit!
  [Reis']1 ich noch heut!

Ich horchte auf den Feldgesang,
Mir ward so wohl und doch so bang,
Mit frohem Schmerz, mit trüber Lust
Stieg wechselnd bald und sang die Brust,
      Herz! Herz!
  Brichst du vor Wonn' oder Schmerz?

Doch als ich die Blätter fallen sah,
Da dacht ich: Ach, der Herbst ist [da]2!
Der Sommergast, die Schwalbe zieht
Vielleicht so Lieb' und Sehnsucht flieht,
      Weit! weit!
  Rasch mit der Zeit!

Doch rückwärts kam der Sonnenschein,
Dicht hinter drauf das Vögelein,
Es sah mit tränend Angesicht
Und sang: die Liebe wintert nicht,
      Nein! Nein.
  Ist und bleibt Frühlingsschein!

Authorship

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1 Draeseke: "Flieg"
2 Draeseke: "nah"

Research team for this text: Ferdinando Albeggiani , Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Lied [sung text not yet checked]

Armes Herz, du konntest wähnen?
    Ach, dein Glaube war so süß!
Doch umsonst nur ist dein Sehnen
    Nach der Liebe Paradies.
Froh schlugst du mit tiefem Beben
     Für das heil'ge Wunderland,
Doch vernichtet ward dein Streben,
    Und der schöne Traum verschwand.

Authorship

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Researcher for this text: Harry Joelson

3. Lied der Waldtraut [sung text not yet checked]

Es wartet ein bleiches Jungfräulein
Den Tag und die dunkle Nacht allein
Auf ihren Herzliebsten am Wege,
    Wegewart! Wegewart!

Sie spricht: Und wenn ich hier Wurzeln schlag
Und warten soll bis zum jüngsten Tag,
Ich warte auf ihn am Wege,
    Wegewart! Wegewart!

Vergessen hat sie der wilde Knab',
Und wo sie gewartet, da fand sie ihr Grab,
Ein Blümelein sprießet am Wege,
    Wegewart! Wegewart!

Der Sommer kommt und der Sommer geht,
Der Herbstwind über die Haide [weht]1,
Das Blümlein wartet am Wege,
    Wegewart! Wegewart!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Der Wilde Jäger. Eine Waidmannsmär von Julius Wolff, Berlin: G. Grote’sche Verlagsbuchhandlung, 1879, pages 65-66.

1 Reinecke : “geht” (might be a typo; check Reinecke score)

Research team for this text: Peter Donderwinkel , Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Vale carissima [sung text not yet checked]

Ich bin der Mönch Waltramus,
Dem seliges Leid geschah, 
Ich läute die Abendglocken: 
  Vale carissima! 

Es steht eine Burg am Berge,
Wo ich die Traute sah, 
Mein Herz klingt in die Glocken:
  Vale carissima!

Fern soll mir stehen Minne,
Und stand mir doch so nah!
[Es steht ein Kloster im Tale]1,
  Vale carissima!

Authorship

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Confirmed with Karl Stieler, Gesammelte Werke, Zweiter Band: Gesammelte Dichtungen (hochdeutsch), Verlag von Adolf Bonz & Comp., Stuttgart, 1908, page 74.

1 omitted by Marx.

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , John Versmoren , Peter Rastl [Guest Editor]