Drei Gedichte

Song Cycle by Alexander Voormolen (1895 - 1980)

Word count: 249

1. Ich geh jetzt immer den gleichen Pfad [sung text checked 1 time]

Ich geh jetzt immer den gleichen Pfad; 
am Garten entlang,
wo die Rosen grad 
einem sich vorbereiten; 
aber ich fühle noch lang,
ist das alles nicht mein Empfang,
und ich muß ohne Dank und Klang
ihnen vorüber schreiten.

Ich bin nur der,der den Zug beginnt, 
dem die Gaben nicht galten:
bis die kommen die seliger sind,
lichte, stille Gestalten,
werden sich alle Rosen im Wind
wie rote Fahnen entfalten.

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Researcher for this text: Peter Donderwinkel

2. Manchmal geschieht es in tiefer Nacht [sung text checked 1 time]

Manchmal geschieht es in tiefer Nacht
daß der Wind wie ein Kind erwacht,
und er kommt die Allee allein
leise, leise ins Dorf herein.

Und er tastet bis an den Teich,
und dann horcht er herum:
und die Häuser sind bleich,
und die Eichen sind stumm.

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3. Ich war ein Kind und träumte viel [sung text checked 1 time]

Ich war ein Kind und träumte viel
und hatte noch nicht Mai:
da trug ein Mann sein Saitenspiel
an unserm Hof vorbei.
Da hab ich bange aufgeschaut:
"O Mutter lass mich frei..."
    Bei seiner Laute erstem Laut
    brach etwas mir entzwei.

Ich wusste, eh sein Sang begann:
Es wird mein Leben sein.
Sing nicht, sing nicht, du fremder Mann:
Es wird mein Leben sein.
Du singst mein Glück und meine Müh' 
mein Lied singst du und dann:
mein Schicksal singst du viel zu früh,
so daß ich, wie ich blüh und blüh, --
es nie mehr leben kann.

Er sang. Und dann verklang sein Schritt, --
er musste weiterziehn;
und sang mein Leid, das ich nie litt,
und sang mein Glück, das mir entglitt
und nahm mich mit, und nahm mich mit, --
und keiner weiss wohin...

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "J'étais un enfant et je rêvais beaucoup", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

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