Zwei Lieder für mittlere Stimme

Song Cycle by Friedrich August Wilhelm Baumfelder (1836 - 1916)

Word count: 215

1. Lauf der Welt  [sung text not yet checked]

An jedem Abend geh' ich aus
Hinauf den Wiesensteg.
Sie schaut aus ihrem Gartenhaus,
Es stehet hart am Weg.
Wir haben uns noch nie bestellt,
Es ist nur so der Lauf der Welt.

Ich weiß nicht, wie es so geschah,
Seit lange küss' ich sie,
Ich bitte nicht, sie sagt nicht: ja!
Doch sagt sie: nein! auch nie.
Wenn Lippe gern auf Lippe ruht,
Wir hindern's nicht, uns dünkt es gut.

Das Lüftchen mit der Rose spielt,
Es fragt nicht: hast mich lieb?
Das Röschen sich am Taue kühlt,
Es sagt nicht lange: gib!
Ich liebe sie, sie liebet mich,
Doch keines sagt: ich liebe dich!

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (John H. Campbell) , "The way of the world", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "La course du monde", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Der Abschied [sung text not yet checked]

Ach, scheiden von der Lieben, 
Das thut dem Herzen weh! 
Das will mich sehr betrüben, 
Wo ich auch geh' und steh'. 

Muß oft der Stunde denken, 
Wo ich zuletzt sie sah; 
Sie saß mit bitt'rem Kränken 
Bei Vater und Mutter da. 

Ich sah sie dort zerpflücken 
Ein Zweiglein Rosmarin; 
Aus blauen, milden Blicken
Eine helle Thräne schien. 

Die Mutter unterdessen 
Las in dem Bibelbuch; 
Ich mußt' die Augen pressen 
Vor wildem Schmerz in's Tuch. 

Wie war mir doch beklommen; 
Sie barg ihr Angesicht, -- 
Ob Abschied ich genommen, 
Weiß ich noch heute nicht.

Ach, dürft' zu ihren Füßen 
Mein Herz ich legen hin, 
Dorthin, wo sie zerrissen 
Das Zweiglein Rosmarin! 

Authorship

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Confirmed with Sämmtliche Werke von Julius Mosen, Erster Band, Oldenburg, Verlag von Ferdinand Schmidt, 1863, page 116-117.


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Bertram Kottmann