Vier Frühlingslieder für vierstimmigen Männerchor

Song Cycle by Victor Ernst Nessler (1841 - 1890)

Word count: 0

1. Frühlingsglaube [sung text not yet checked]

Die [linden]1 Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und [weben]2 Tag und Nacht,
Sie [schaffen]3 an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sey nicht bang!
Nun muß sich Alles, [Alles]4 wenden.

Die Welt wird schöner [mit]4 jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tieffste Thal.
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich Alles, [Alles]4 wenden.

Authorship

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (David Gordon) , no title, copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Credo printanier", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Fede di primavera", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
  • SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Deutscher Dichterwald. von Justinus Kerner, Friedrich Baron de la Motte Fouqué, Ludwig Uhland und Andern. Tübingen in der J. F. Heerbrandt'schen Buchhandlung. 1813, page 5; and with Gedichte von Ludwig Uhland. Stuttgart und Tübingen in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung. 1815, page 54.

1 Klein: "lauen"
2 some prints convey a read error: "wehen"
3 Hanslick: "schaff'n"
4 omitted by Hanslick

Research team for this text: David Gordon , Sharon Krebs [Guest Editor] , Peter Rastl [Guest Editor]

2. Frühlingslust [sung text not yet checked]

Was ist es, daß der Vogel singt  
Und schwingt zu Thal so munter?  
Und daß die Seele froh erklingt
Und schwebet mit hinunter?
Was ist es, daß die Blume blüht
Und von sich haucht ihr still Gemüth? 
Das ist der Frühling in seiner Lust, 
Im Walde draußen und drin in der Brust.  

Was ist es, daß die Dirne steht
Und träumt bei hellem Tage? 
Und daß der Knabe nach ihr geht,  
Und hegt  verstohlne Frage?  
Was ist es, wenn ihr Auge sinkt, 
Und doch ihr Herz so hoch aufspringt?  
Das ist der Frühling in seiner Lust,
Mit quälender Liebe entzückt er die Brust.

Authorship

Confirmed with Österreichisches Morgenblatt: erster Jahrgang, erstes Vierteljahr (März. April. Mai), Prag: Isidor Gaiger / Anton Renn. Issue no. 41, Dienstag den 4. Mai 1858, third page (the pages have no numbers): a review , part 1 of 3 parts, of Gedichteby Otto Banck.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

3. Mailiedchen [sung text not yet checked]

Kein' [schönre]1 Zeit auf Erden ist,
Als wie die Zeit im Maien;
Kein höher Freud' auf Erden ist,
Als gehn im Mai zu Zweien, zu Zweien,
Im Herzen lauter Sonnenschein,
Durchwander Wiese, Feld und Hain.
Im Mai soll man nichts üben,
Als lieben, nur lieben.

Schon ist der holde Mai gekehrt,
Die Lüfte wehen linde,
Und ward dir noch kein Lied beschert,
So such' dir eins geschwinde, geschwinde!
Die Vöglein singen früh und spät:
So ist's bestimmt in Gottes Rat,
Im Mai soll man nichts üben,
Als lieben, nur lieben!

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1 Héritte-Viardot: "schöner'"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Juninacht [sung text not yet checked]

Füllt die Becher, schwenkt die Hüte, 
Weckt mit Jubelklang die Nacht, 
Kränzt mit Ros' und Rebenblüte 
Eure Stirne glutentfacht! 
  Denn die Blüte fällt,
  Und das Glas zerschellt,
Eh' ihrs genossen und eh' ihrs gedacht! 

Nur das flüss'ge Gold der Rebe,
Nimmer das Metall im Schacht,
Nur das Blut des Weines lebe,
Nicht das Blut, das schmeichelnd lacht:
  Ach! die Münze rollt,
  Ach! die Lippe grollt,
Eh' ihrs genossen und eh' ihrs gedacht! 

Lernt den Augenblick erhaschen 
Als den Geist, der schafft und wacht, 
Und in Zügen, vollen, raschen,
Sei ihm höchste Huld gebracht:
  Denn die Glut verraucht,
  Denn der Geist verhaucht,
Eh' ihrs genossen und eh' ihrs gedacht.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]