Die Nachtigall. Sechs ausgewählte Lieder im Volkston nach Texten von Hermann Löns

Song Cycle by Artur Glogger (1927 - 1978)

Word count: 647

1. Die Nachtigall [sung text checked 1 time]

Ich mag nicht mehr mein Federbett,
Geh garnicht gern hinein;
Ich schlaf die ganze Nacht nicht mehr,
Kannst du nicht bei mir sein.
Nachtigall Nachtigall, laß dein Singen sein,
Nachtigall Nachtigall, ich bin ja so allein;
Hör auf mit deinem Schall,
Du Nachtigall.
 
Die Nacht ist mir noch mal so lang,
Hab' ich dich nicht im Arm;
[Denn]1 mein Bett ist hart, mein Bett ist kalt,
Einst war es weich und warm.
Nachtigall Nachtigall, laß dein Singen sein,
Nachtigall Nachtigall, ich bin ja so allein;
Hör auf mit deinem Schall,
Du Nachtigall.
 
Die Nacht ist aus, der Tag beginnt,
Ich bin so matt und müd;
Du Nachtigall bist schuld daran
Mit deinem bösen Lied.
Nachtigall Nachtigall, laß dein Singen sein,
Nachtigall Nachtigall, ich bin ja so allein;
Hör auf mit deinem Schall,
Du Nachtigall.

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  • ENG English (Sharon Krebs) , "The nightingale", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , "Satakieli", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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1 omitted by Kilpinen

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2. Rose im Schnee [sung text checked 1 time]

Rose weiß, Rose rot,
[Wie]1 süß ist doch dein Mund,
Rose rot, Rose weiß,
Dein denk ich alle Stund,
Alle Stund bei Tag und Nacht,
Daß dein Mund mir zugelacht,
Dein roter Mund.
 
Ein Vogel sang im Lindenbaum,
[Ein]2 süßes Lied er sang,
Rose weiß, Rose rot,
Das Herz im Leib mir sprang,
Sprang vor Freude hin und her,
Als ob dein Lachen bei ihm wär,
So süß es klang.
 
Rose weiß, Rose rot,
Was [wird]3 aus [mir und dir]4?
Ich glaube gar, es fiel ein Schnee,
Dein Herz ist nicht bei mir,
Nicht bei mir, geht andern Gang,
Falsches Lied der Vogel sang
Von mir und dir.

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1 Glogger: "Wie so"
2 Glogger: "Ein so"
3 Glogger: "wird nun"
4 Glogger: "dir und mir"

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3. Auf der Straße [sung text checked 1 time]

Wo der Wind weht, [der]1 Wind weht,
Da bin ich zu Haus,
Da fahr ich die Straßen
Jahrein und jahraus.

Auf der Straße, [der]2 Straße
Ist alles voll Staub,
Da tragen die Bäume
Kein grasgrünes Laub.

Von dem Staube, [dem]3 Staube,
Da werd ich nicht satt;
Ich weiß, wo der Bauer
Die Wurst hängen hat.

In dem Busche, [dem]4 Busche,
In Gras und in Kraut
Da leben wir lustig
Als Bräutgam und Braut.

[ ... ]

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1 Glogger: "wo der"
2 Glogger "der auf"
3 Glogger "von dem"
4 Glogger "in dem"

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4. Küssekraut [sung text checked 1 time]

In den [Grünenwald]1 bin ich gegangen
Wo das Rotkehlchen sang,
Ein Stündlein, kleines Stündlein,
Auch zwei dreie lang.
 
Unterm Liebholz hab ich gesessen,
Habe Küssekraut gepflückt;
Hat mein liebster, Allerliebster
An das Herz mich gedrückt.
 
Und er [hat mich]2 liebkoset
Mit Mund und mit Hand;
Sang ein Vöglein, kleines Vöglein
Und das Lied ich verstand.
 
Und das Lied [hat]3 geheißen,
Und das Lied und das hieß:
Ach die Liebe, süße Liebe
Und die schmeckt ja so süß.
 
Will jetzt Küssekraut [pflücken]4
Bei Tag und bei Nacht;
Denn zum Küssen, [ach Küssen]5
Sind wir Mädchen gemacht.

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  • FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , "Suukkoyrtti", copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission

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1 Glogger: "grünen Wald"
2 Glogger: "hatte mich so sehr"
3 Glogger: "hatte so"
4 Glogger "ganz zärtlich pflücken"
5 Glogger: "Sind wir Mädchen"

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5. Rosengarten [sung text checked 1 time]

Ich weiß ein Garten hübsch und fein,
Da blüht ein rotes Röselein;
Und darum ist ein Heckenzaun,
Im Sommer grün, im Winter braun.
 
[Und]1 wer das Röslein brechen will,
Muß kommen stumm, muß kommen still;
Muß kommen bei der dustern Nacht,
Wenn weder Mond noch Sternlein wacht.
 
Ich wollte meinem Glück vertraun,
Stieg heimlich übern Gartenzaun;
Das rote Röslein war geknickt,
Ein andrer hatte es gepflückt.
 
Das Gärtchen ist nun kahl und leer,
Das rote Röslein blüht nicht mehr;
Betrübt muß ich von weitem stehn
Und nach dem Rosengarten sehn.

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1 Glogger: "Doch"

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6. Allwundheil [sung text checked 1 time]

Irgendwo und irgendwo,
Schweig still, schweig still,
Blüht die Blume Lichterloh,
Schweig still, schweig still;
Blüht die Blume Feuerrot,
Die da hilft bei Liebesnot,
Die rote Blume,
Blume Herzenstrost.
 
Irgendwie und irgendwie,
Schweig still, schweig still,
Find ich sie und find ich sie,
Schweig still, schweig still;
Hilfst du mir, schöns Mägdelein,
Soll sie bald gefunden sein,
Die rote Blume,
Blume Herzenstrost.
 
Irgendwann und irgendwann,
Schweig still, schweig still,
Man die Blume pflücken kann,
Schweig still, schweig still;
Gehn [zu]1 zwein wir in den Wald,
Finden wir die Blume bald,
Die rote Blume,
Blume Herzenstrost.
 
Irgendwas und irgendwas,
Schweig still, schweig still,
Hat zerdrückt das grüne Gras,
Schweig still, schweig still;
Wer die rote Blume bricht,
Schont des grünen Grases nicht,
Die rote Blume,
Blume Herzenstrost.

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1 Glogger: "wir"

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