German (Deutsch) translations of Liebeslieder nach Texten von Heinrich Heine, opus 6
by Anton Urspruch (1850 - 1907)
Ein schöner Stern geht auf in meiner Nacht, Ein Stern, der süßen Trost herniederlacht Und neues Leben mir verspricht -- O, lüge nicht! Gleichwie das Meer dem Mond entgegenschwillt, So flutet meine Seele, [froh]1 und wild, Empor zu deinem [holden]2 Licht -- O, lüge nicht!
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- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Verschiedene, in Katharina, no. 1
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View text without footnotesConfirmed with: Heinrich Heine’s sämtliche Werke in vier Bänden, herausgegeben von Otto F. Lachmann, Erster Band, Leipzig: Druck und Verlag von Philipp Reclam jun, [1887], page 288.
1 Franz: "hoch"2 Franz: "milden"
Im wunderschönen Monat Mai, Als alle Knospen sprangen, 1 Da [ist]2 in meinem Herzen Die Liebe aufgegangen. Im wunderschönen Monat Mai, Als alle Vögel sangen, 3 Da hab' ich ihr gestanden Mein Sehnen und Verlangen.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 1
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View text without footnotesConfirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 112.
1 Lachner adds: "Geweckt von süssen Schmerzen, / Von Sehnsucht sanft umfangen,"2 Ender: "ist auch"
3 Lachner adds: "Die Blüten sich umwanden, / Die Zweige sich umschlangen,"
Ich will meine Seele tauchen In den Kelch der Lilie hinein; Die Lilie soll [klingend]1 hauchen Ein Lied von der Liebsten mein. Das Lied soll [schauern]2 und beben Wie der Kuß von ihrem Mund, Den sie mir einst gegeben In wunderbar süßer Stund'.
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- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 7
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View text without footnotesConfirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 115.
1 Raif: "klingen und"2 Raif: "schau'rn"
Aus meinen Tränen sprießen Viel blühende Blumen hervor, Und meine Seufzer werden Ein Nachtigallenchor. Und wenn du mich lieb hast, Kindchen, Schenk' ich dir die Blumen all', Und vor deinem Fenster soll klingen Das Lied der Nachtigall.
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- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 2
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Confirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 113.
Wenn ich in deine Augen [seh']1, So schwindet [all' mein Leid]2 und Weh; Doch wenn ich küße deinen Mund, So werd' ich ganz und gar gesund. Wenn ich mich lehn' an deine Brust, Kommt's über mich wie Himmelslust; Doch wenn du sprichst: ich liebe dich! [So]3 muß ich weinen bitterlich.
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- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 4
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View text without footnotesConfirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 114.
1 Hensel: "sehe"2 Franz, Dresel: "alles Leid"
3 Wolf: "Dann"
Hör' ich das Liedchen klingen, Das einst die Liebste sang, [So will mir die Brust]1 zerspringen [Vor]2 wildem [Schmerzendrang.]3 [Es treibt mich]4 ein dunkles Sehnen Hinauf [zur]5 Waldeshöh', Dort löst sich auf in Tränen Mein übergroßes Weh'.
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- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 40
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View text without footnotesConfirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 145.
1 Meyerbeer: "Will mir das Herz"2 Schumann: "Von"
3 Franz, Hinrichs: "Schmerzensdrang"
4 Meyerbeer: "Mich treibt"
5 Hinrichs: "zu der"
Lehn deine Wang' an meine Wang', Dann fliessen die Tränen zusammen; Und an mein Herz drück fest dein Herz, Dann schlagen zusammen die Flammen! Und wenn in die große Flamme fliesst Der Strom von [unsern]1 Tränen, Und wenn [dich mein Arm]2 gewaltig umschließt - Sterb' ich vor Liebessehnen!
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- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 6
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View text without footnotesConfirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 115.
1 Zenger: "unsren"2 Jensen: "mein Arm dich"
Ich lieb' eine Blume, doch weiß ich nicht welche; Das macht mir Schmerz. Ich schau' in alle Blumenkelche Und such' ein Herz. Es duften die Blumen im Abendscheine, Die Nachtigall schlägt. Ich such' ein Herz, so schön [wie]1 das meine, So schön bewegt. Die Nachtigall schlägt, und ich verstehe Den süßen Gesang: Uns beiden ist so bang' und wehe, So weh und bang.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Neuer Frühling, no. 4
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View text without footnotes1 Rosenhain: "als"
Ja, du bist elend, und ich grolle nicht; Mein Lieb, wir sollen beide elend sein! Bis uns der Tod das kranke Herze bricht, Mein Lieb, wir sollen beide elend sein! Wohl seh ich Spott, der deinen Mund umschwebt, Und seh dein Auge blitzen trotziglich, Und seh den Stolz, der deinen Busen hebt, Und elend bist du doch, elend wie ich. Unsichtbar zuckt auch Schmerz um deinen Mund, Verborgne Träne trübt des Auges Schein, Der stolze Busen hegt geheime Wund, Mein Lieb, wir sollen beide elend sein!
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 19
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Confirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 126.
Am Rhein, Am schönen Strome, Da spiegelt sich in den Well'n Mit seinem großen Dome Das große, das heilige Köln. Im Dom da steht ein Bildnis, Auf goldenes Leder gemalt; In meines Lebens Wildnis Hat's freundlich herein gestrahlt. Es schweben Blumen und Eng'lein Um unsre liebe Frau; Die Augen, die Lippen, die Wänglein, Die gleichen der Liebsten genau.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 11
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Note: in the first version of the poem, Heine has "heiligen" in stanza 1, line 1, word 4.
Allnächtlich im Traume seh' ich dich Und sehe dich freundlich grüßen, Und laut aufweinend stürz' ich mich Zu deinen süßen Füßen. Du [siehst]1 mich an wehmütiglich Und schüttelst das blonde Köpfchen; Aus deinen Augen [schleichen sich Die Perlentränentröpfchen]2. Du [sagst]3 mir heimlich ein leises Wort Und gibst mir den Strauß von Zypressen. Ich wache auf, und der Strauß ist fort, [Und das]4 Wort hab' ich vergessen.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 56
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View text without footnotesConfirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 160.
1 Schumann: "siehest"2 Farber: "schleichen die Perlentröpfchen"
3 Franz: "sagest"
4 Mendelssohn, Schumann: "Und 's"
Ich weiß nicht, was [soll es]1 bedeuten, Daß ich so traurig bin; Ein Märchen aus [alten]2 Zeiten, Das [kommt]3 mir nicht aus dem Sinn. Die Luft ist kühl und es dunkelt, Und ruhig [fließt]4 der Rhein; [Der Gipfel des Berges]5 funkelt Im Abendsonnenschein. Die schönste Jungfrau sitzet Dort oben wunderbar, Ihr goldnes Geschmeide blitzet Sie kämmt [ihr goldenes]6 Haar. Sie kämmt es mit [goldenem]7 Kamme Und singt ein Lied dabei; Das hat eine wundersame, [Gewaltige]8 Melodei. Den Schiffer im kleinen [Schiffe]9 Ergreift es mit wildem Weh; Er [schaut]10 nicht die Felsenriffe, Er [schaut nur hinauf]11 in die Höh'. Ich glaube, [die Wellen verschlingen Am Ende]12 Schiffer und Kahn; [Und das]13 hat mit ihrem Singen Die [Lorelei]14 gethan.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Die Heimkehr, no. 2
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View text without footnotesConfirmed with: Heinrich Heine’s sämtliche Werke in vier Bänden, herausgegeben von Otto F. Lachmann, Erster Band, Leipzig: Druck und Verlag von Philipp Reclam jun, [1887], pages 116-117.
1 Bronsart, Liszt,: "soll's"2 Fibich: "uralten"
3 Fibich: "geht"
4 Bürde: "fliesset"
5 Fibich: "Des Berges Gipfel"
6 Bronsart, Kinkel: "ihr goldnes"; Bürde: "das gold'ne"; Grill, Oberthür, C. Schumann, Steinkühler: "ihr gold'nes"
7 Bronsart: "goldnem"; Grill, Liszt, Oberthür, C. Schumann, Steinkühler: "gold'nem"
8 Bronsart, Grill, Kinkel, Liszt, Steinkühler: "Gewalt'ge"
9 Bürde: "Kahne"
10 Fibich: "sieht"
11 Fibich: "sieht nur nach ihr"
12 Kinkel: "am Ende verschlingen / Die Wellen"
13 Grill: "Das"
14 Bürde: "Loreley"
Am leuchtenden [Sommermorgen]1 Geh' ich im Garten herum. Es flüstern und sprechen die Blumen, [Ich aber, ich wandle stumm.]2 Es flüstern und sprechen die Blumen, Und [schaun]3 mitleidig mich an: Sei [unserer]4 Schwester nicht böse, Du trauriger blasser Mann.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 45
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View text without footnotesConfirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 150.
Note for stanza 1, line 4: Heine's first version of this poem had "Ich aber wandle stumm."
1 Gaul: "Frühlingsmorgen"; further changes may exist not shown above.2 Schumann: "Ich aber wandle stumm"
3 Franz: "schauen"
4 Franz, R. Schumann: "unsrer"
Andre beten zur Madonne, Andre auch zu Paul und Peter; Ich jedoch, ich will nur beten, Nur zu dir, du schöne Sonne. Gib mir Küsse, gib mir Wonne, Sei mir gütig, sei mir gnädig, Schönste Sonne unter den Mädchen, Schönstes Mädchen unter der Sonne!
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Die Heimkehr, no. 52
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Confirmed with Buch der Lieder von Heinrich Heine, 27. Aufl., Hamburg, 1868
Liebste, sollst mir heute sagen: Bist du nicht ein Traumgebild, Wies in schwülen Sommertagen Aus dem Hirn des Dichters quillt? Aber nein, ein solches Mündchen, Solcher Augen Zauberlicht, Solch ein liebes, süßes Kindchen, Das erschafft der Dichter nicht. Basilisken und Vampire, Lindenwürm und Ungeheur, Solche schlimmen Fabeltiere Die erschafft des Dichters Feur. Aber dich und deine Tücke, Und dein holdes Angesicht, Und die falschen frommen Blicke - Das erschafft der Dichter nicht.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Buch der Lieder, in Lyrisches Intermezzo, no. 16
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Confirmed with Heinrich Heine, Buch der Lieder, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827, page 124.