by Johann Friedrich Rochlitz (1769 - 1842)
Alinde
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Language: German (Deutsch)
Die Sonne sinkt ins tiefe Meer, Da wollte sie kommen. Geruhig trabt der Schnitter einher, Mir ist's beklommen. Hast, Schnitter, mein Liebchen nicht gesehn? Alinde! Alinde! - »Zu Weib und Kindern will ich gehn, Kann nicht nach andern Dirnen sehn; Sie warten mein unter der Linde.« - Der Mond betritt die Himmelsbahn, Noch will sie nicht kommen. Dort legt der Fischer das Fahrzeug an, Mir ist's beklommen. Hast, Fischer, mein Liebchen nicht gesehn? Alinde! Alinde! - »Muß suchen, wie mir die Reußen stehn, Hab' nimmer Zeit nach Jungfern zu gehn. Schau, welch einen Fang ich finde!« Die lichten Sterne ziehn herauf, Noch will sie nicht kommen. Dort eilt der Jäger in rüstgem Lauf: Mir ist's beklommen. Hast, Jäger, mein Liebchen nicht gesehn? Alinde! Alinde! - »Muß nach dem bräunlichen Rehbock gehn, Hab nimmer Lust nach Mädeln zu sehn: Dort schleicht er im Abendwinde!« - In schwarzer Nacht steht hier der Hain; Noch will sie nicht kommen. Von allem Lebendgen irr' ich allein Bang' und beklommen. Dir, Echo, darf ich mein Leid gestehn: Alinde - »Alinde,« Ließ Echo leise herüberwehn; Da sah' ich sie mir zur Seite stehn: »Du suchtest so treu: nun finde!« -
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Confirmed with Auswahl des Besten aus Friedrich Rochlitz' sämmtlichen Schriften Vom Verfasser veranstaltet, verbessert und herausgegeben. In sechs Bänden. Vierter Band. Züllichau, in der Darnmannschen Buchhandlung. 1822, pages 153-154; and with Glycine von Friedrich Rochlitz. Erster Theil. Züllichau und Freystadt bey Darnmann 1805, pages 223-224.
Text Authorship:
- by Johann Friedrich Rochlitz (1769 - 1842), "Alinde", written 1804 [author's text checked 1 time against a primary source]
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