by Friedrich Rückert (1788 - 1866)
Flügel! Flügel! um zu fliegen
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Language: German (Deutsch)
Flügel! Flügel! um zu fliegen Über Berg und Tal. Flügel, um mein Herz zu wiegen Auf des Morgens Strahl. Flügel, übers Meer zu schweben Mit dem Morgenrot, Flügel, Flügel über's Leben, Über Grab und Tod. Flügel, wie die Jugend hatte, Da sie mir entflog, Flügel, wie des Glückes Schatte, Der mein Herz betrog! Flügel, nachzuflieh'n den Tagen, Die vorüber sind, Flügel, Freuden einzujagen, Die entfloh'n im Wind. Flügel, gleich den Nachtigallen, Wann die Rosen flieh'n, Aus dem Land, wo Nebel wallen, Ihnen nachzuzieh'n. Ach! von dem Verbannungsstrande, Wo kein Nachen winkt, Flügel nach dem Heimatlande, Wo die Krone blinkt! Freiheit, wie zum Schmetterlinge Raupenleben reift, Wann sich dehnt des Geistes Schwinge Und die Hüll entstreift! Oft in stillen Mitternächten Fühl' ich mich empor Flügeln von des Traumes Mächten Zu dem Sternentor. Doch gewachsenes Gefieder In der Nächte Duft, Mir entträufeln seh' ich's wieder An des Morgens Luft. Sonnenbrand den Fittich schmelzet, Ikar stürzt in's Meer, Und der Sinne Brausen wälzet Über'm Geist sich her.
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- by Friedrich Rückert (1788 - 1866), no title, appears in Lyrische Gedichte, in 3. Liebesfrühling, in 3. Dritter Strauß. Entfremdet [or Gemieden], no. 66 [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 40
Word count: 170