by Franz Adolf Friedrich von Schober (1796 - 1882)
Pilgerweise
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Language: German (Deutsch)
Ich bin ein Waller auf der Erde Und gehe still von Haus zu Haus, O reicht mit freundlicher Geberde Der Liebe Gaben mir heraus! Mit offnen theilnahmsvollen Blicken, Mit einem warmen Händedruck Könnt ihr dieß arme Herz erquicken, Und es befrei'n von langem Druck. Doch rechnet nicht, daß ich euch's lohnen, Mit Gegendienst vergelten soll; Ich streue nur mit Blumenkronen, Mit blauen, eure Schwelle voll; Und sing ein stilles Lied zur Zither, Das stammelnd mit dem Seufzer ringt, Das euch wohl gar wie leichter Flitter, Wie überflüss'ges Spielwerk klingt - Mir klingt es süß, ich kann's nicht missen, Und jedem Pilger ist es werth; Doch freilich ihr - ihr könnt nicht wissen, Was den beseligt, der entbehrt. Vom Ueberfluß seyd ihr erfreuet, Und findet tausendfach Ersatz; Ein Tag dem andern angereihet Vergrößert euren Liebesschatz. Doch mir - so wie ich weiter strebe An meinem harten Wanderstab, Reißt in des Glückes Lustgewebe Ein Faden nach dem andern ab. Drum kann ich nur von Gaben leben, Von Augenblick zu Augenblick, O wollet vorwurfslos sie geben, Zu eurer Lust - zu meinem Glück. Ich bin ein Waller auf der Erde, Und gehe still von Haus zu Haus, O reicht mit freundlicher Geberde Der Liebe Gaben mir heraus!
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Confirmed with Gedichte von Franz von Schober. Stuttgart und Tübingen. J. G. Cotta'scher Verlag. 1842, pages 4-5; and with Gedichte von Franz von Schober. Zweite, vermehrte Auflage. Leipzig Verlagsbuchhandlung von J. J. Weber. 1865, pages 4-5.
Text Authorship:
- by Franz Adolf Friedrich von Schober (1796 - 1882), "Pilgerweise" [author's text checked 1 time against a primary source]
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