Ach, um deine feuchten Schwingen, West, wie sehr ich dich beneide: Denn du kannst ihm Kunde bringen Was ich in der Trennung leide! Die Bewegung deiner Flügel Weckt im Busen stilles Sehnen; Blumen, Augen, Wald und Hügel Stehn bei deinem Hauch in Thränen. Doch dein mildes sanftes Wehen Kühlt die wunden Augenlieder; Ach, für Leid müßt' ich vergehen, Hofft' ich nicht zu sehn ihn wieder. Eile denn zu meinem Lieben, Spreche sanft zu seinem Herzen; Doch vermeid' ihn zu betrüben Und verbirg ihm meine Schmerzen. Sag ihm, aber sag's bescheiden: Seine Liebe sey mein Leben, Freudiges Gefühl von beiden Wird mir seine Nähe geben.
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View text with all available footnotesConfirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Fünfter Band. Unter des durchlauchtigsten deutschen Bundes schützenden Privilegien. Stuttgart und Tübingen, in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung. 1827, pages 185-186; and with West-oestlicher Divan. von Goethe. Stuttgard, in der Cottaischen Buchhandlung 1819, pages 166-167.
Note: Marianne von Willemer's poem Westwind was published anonymously with the title Suleika as part of Goethe's West-östlicher Divan, Buch Suleika - Suleika Nameh, with a few textual revisions by Goethe.
Note: modernized spelling would change "Augenlieder" to "Augenlider", "sey" to "sei", and "Thränen" to "Tränen", etc.
Text Authorship:
- sometimes misattributed to Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
- by Marianne von Willemer (1784 - 1860), title 1: "Suleika", title 2: "Westwind", written 1815, first published 1819 [author's text checked 2 times against a primary source]
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