by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762 - 1834)
Wie schön ist's im Freien!
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Language: German (Deutsch)
Wie schön ist's im Freien! Bei grünenden Maien Im Walde, wie schön! Wie süß sich zu sonnen, Den Städten entronnen, Auf luftigen Höhn! Wo unter den Hecken Mit goldenen Flecken Der Schatten sich mischt, Da läßt man sich nieder, Von Haseln und Flieder Mit Laubduft erfrischt. Drauf schlendert man weiter, Pflückt Blumen und Kräuter Und Erdbeern im Gehn; Man kann sich mit Zweigen, Erhizet vom Steigen, Die Wangen umwehn. Dort heben und tunken, Gleich blinkenden Funken, Sich Wellchen im Bach; Man sieht sie verrinnen In stillem Besinnen, Halb träumend, halb wach. In weiten Bezirken, Mit hangenden Birken Und Buchen besezt, Gehn Damhirsch und Rehe In traulicher Nähe, Von niemand gehezt. Am schwankenden Reisig Hängt zwitschernd der Zeisig, Vor Schlingen nicht bang; Erfreut ihn zu hören, Sucht keiner zu stören Des Hänflings Gesang. Hier sträubt sich kein Pförtner, Hier schnörkelt kein Gärtner Kunstmäßig am Hain; Man braucht nicht des Geldes; Die Blumen des Feldes Sind allen gemein. Wie schön ist's im Freien! Despoten entweihen Hier nicht die Natur. Kein kriechender Schmeichler, Kein lästernder Heuchler Vergiftet die Flur.
F. Schubert sets stanzas 1-4, 1
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte von J. G. von Salis. Gesammelt durch seinen Freund Friedrich Matthisson. Zürich, bey Orell, Gessner, Füssli und Compagnie. 1793, pages 58-60; with Gedichte von J. G. von Salis. Neueste Auflage. Wien 1815. Bey B. Ph. Bauer, pages 60-62; and with Musen-Almanach für 1792. Herausgegeben von Joh. Heinr. Voß. Hamburg, bei C. E. Bohn, pages 18-20.
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- by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762 - 1834), "Lied im Freien" [author's text checked 2 times against a primary source]
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