by Emanuel von Geibel (1815 - 1884)
Ich bin die Rose auf der Au
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Ich bin die Rose auf der Au, Die still in Düften leuchtet; Doch du, o Liebe, bist der Thau, Der nährend sie befeuchtet. Ich bin der dunkle Edelstein, Aus tiefem Schacht gewühlet: Du aber bist der Sonnenschein, Darin er Farben spielet. Ich bin der Becher von Krystall, Aus dem der König trinket; Du bist des Weines süßer Schwall, Der purpur ihn durchblinket. Ich bin die trübe Wolkenwand, Am Himmel aufgezogen; Doch du bist klar auf mich gespannt Als bunter Regenbogen. Ich bin der Memnon stumm und todt Von Wüstennacht bedecket; Du hast den Klang als Morgenroth In meiner Brust erwecket. Ich bin der Mensch, der vielbewegt Durchirrt das Thal der Mängel; Du aber bist's, die stark mich trägt, Ein lichter Gottesengel.
F. Füchs sets stanzas 1-2, 5-6
About the headline (FAQ)
View text with all available footnotesText Authorship:
- by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), no title, appears in Jugendgedichte, in 1. Erstes Buch, in Lieder als Intermezzo, no. 10 [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler
This text was added to the website: 2008-06-29
Line count: 24
Word count: 125