Wo sich die Kunst ein Hüttchen baut,
muss auch die Liebe wohen,
und wo die Kunst zum Himmel schaut,
muss auch die Liebe thronen.
Die Lieb' allein, die Lieb' allein
gibt erst der Sonne milden Schein
der gold'nen Kunst auf Erden.
Sie geh'n mitsammen Hand in Hand,
zwei wunderbare Sterne,
und wo der eine flimmernd stand,
ist nicht der and're ferne.
So leuchten durch das Himmelszelt,
durch Gottes endlos weite Welt
die Kunst und auch die Liebe.
Und wo die Kunst nicht Liebe kennt,
da ist verglüht ihr Funken,
und wo die Kunst nicht Liebe nennt,
ist ihre Welt versunken.
Sie sind einander zugeweiht,
sie sind vereint in Ewigkeit,
die Kunst und auch die Liebe.
...
Gesänge für Männerstimmen , opus 15
by Vinzenz Lachner (1811 - 1893)
Heft 1 -- 1. Kunst und Liebe
Text Authorship:
- by Otto Inkermann (1823 - 1862), as C. O. Sternau, appears in Deutsche Lieder
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Note: the text above is taken from stanzas 1-3 of the original text.
Note: Lachner makes "Sie sind vereint in Ewigkeit" the refrain for each stanza set to music.
Heft 1 -- 2. Der Jäger und sein Lieb
Horch! Lustiger Hörnerklang, trara, rauscht fröhlich den Wald entlang: Trara! Der Jäger, der holt seine schmucke Braut, im Kirchlein werden sie drüber getraut, trara! Du Jäger mit deinem Lieb, hab acht! Ob's immer auch treu dir blieb, hab acht! Die Liebe, die Lieb' ist so leicht wie der Wind und fliegt wie Wolken davon geschwind, hab acht! Nun hole dein Lieb zur Trau', hurra! Nun nimm dir dein Mädel zur Frau, hurra! Nun führe sie selig zum Dorf hinaus und kränze mit Rosen dein Jägerhaus, hurra!
Text Authorship:
- by Otto Inkermann (1823 - 1862), as C. O. Sternau, "Der Jäger und sein Lieb", appears in Deutsche Lieder
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Heft 1 -- 3. An den Schlaf
Gold'ner Schlaf! Senke deine Flügel nieder auf das kranke Menschenherz, nimm der müden Seele wieder jede Träne, jeden Schmerz; sende deine Traumgestalten, dass sie frisch und wunderbar ihm ein Blumenreich entfalten, wo sich wiegt der Elfen Schar. Süßer Schlaf! Bette weich der Armut Brüder, gib der Armut ihren Traum, senke deine Flügel nieder auf der Hütte kleinen Raum. Gib der Armut in den Nächten, was am Tage sie entbehrt, Reichtum, Frieden, Blumenflechten, was nur deine Hand beschert. Heil'ger Schlaf! Lass die Liebe tief versinken in dein schönes Märchenland, lass sie wonneschauernd trinken Nektarschaum aus deiner Hand. Gib der Liebe deine Wonne, deinen duft'gen Blütenhag, bis sie weckt des Morgens Sonne zu der Wahrheit finst'rem Tag.
Text Authorship:
- by Otto Inkermann (1823 - 1862), as C. O. Sternau, "An den Schlaf", appears in Deutsche Lieder
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Confirmed with Deutsche Lieder von C. O. Sternau, Köln, 1846.
Heft 1 -- 4. Im Abendrot
O wie schön ist deine Welt, Vater, wenn sie golden strahlet! Wenn dein Glanz herniederfällt, Und den Staub mit Schimmer malet; Wenn das Roth, das in der Wolke blinkt, In mein stilles Fenster sinkt! Könnt' ich klagen, könnt' ich zagen? Irre seyn an dir und mir? Nein, ich will im Busen tragen Deinen Himmel schon dahier. Und dies Herz, eh' es zusammenbricht, Trinkt noch Gluth und schlürft noch Licht.
Text Authorship:
- by Karl Gottlieb Lappe (1773 - 1843), "Im Abendroth", first published 1818
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- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Al capvespre ", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "In het avondrood", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Emily Ezust) , "At dusk", copyright ©
- FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Au coucher du soleil", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
- ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Al tramonto", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
- SPA Spanish (Español) (Elisa Rapado) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
Heft 2 -- 1. Wandern
Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, Da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus! Wie die Wolken wandern am himmlischen Zelt, So steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt. Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt! Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht; Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert, Es gibt so manchen Wein, den ich nimmer noch probiert. Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl! Wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal! Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all; Mein Herz ist wie 'ne Lerche und stimmet ein mit Schall. Und abends im Städtlein, da kehr' ich durstig ein: "Herr Wirt, Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein! Ergreife die Fiedel, du lust'ger Spielmann du, Von meinem Schatz das Liedel, das singe ich dazu!" Und find' ich keine Herberg, so lieg ich zur Nacht Wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht; Im Winde die Linde, die rauscht mich ein gemach, Es küsset in der Früh' das Morgenrot mich wach. O Wandern, o Wandern, du freie Burschenlust! Da weht Gottes Odem so frisch in die Brust; Da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt: Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!
Text Authorship:
- by Emanuel Geibel (1815 - 1884), "Der Mai ist gekommen", appears in Jugendgedichte, in 1. Erstes Buch, in Lieder als Intermezzo, no. 32
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- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le mois de mai est arrivé", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
Heft 3 -- 1. Im Wald
Im Wald, im hellen Sonnenschein Wenn alle Knospen springen, Da mag ich gerne mittendrein Eins singen. Wie mir zu Muth in Leid und Lust, Im Wachen und im Träumen, Das stimm' ich an aus voller Brust Den Bäumen. Und sie verstehen mich gar fein, Die Blätter alle lauschen, Und fall'n am rechten Orte ein, Mit Rauschen. Und weiter wandelt Schall und Hall, In Wipfeln, Fels und Büschen. Hell schmettert auch Frau Nachtigall Dazwischen. Da fühlt die Brust am eignen Klang, Sie darf sich was erkühnen -- O frische Lust: Gesang! Gesang Im Grünen!
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- by Emanuel Geibel (1815 - 1884), no title, appears in Jugendgedichte, in 1. Erstes Buch, in Lieder als Intermezzo, no. 31
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- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Joel Ayau) , "In the forest, in bright sunshine", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Grant Hicks) , copyright © 2023, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Henri Dupraz) , "Dans la forêt", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
Note: in Blumenthal's score there is a typo in stanza 2 line 3: word 4 is "gern" instead of "an".
Heft 3 -- 2. Ich bin die Rose
Ich bin die Rose auf der Au, Die still in Düften leuchtet; Doch du, o Liebe, bist der Thau, Der nährend mich befeuchtet. Ich bin der dunkle Edelstein, Aus tiefem Schacht gewühlet: Du aber bist der Sonnenschein, In dem er Farben spielet. ... Ich bin die trübe Wolkenwand, Am Himmel aufgezogen; Doch du bist klar auf mich gespannt Als bunter Regenbogen. ... Ich bin der Mensch, der vielbewegt Durchirrt das Thal der Mängel; Du aber bist's, die stark mich trägt, Ein lichter Gottesengel.
Text Authorship:
- by Emanuel Geibel (1815 - 1884), no title, appears in Jugendgedichte, in 1. Erstes Buch, in Lieder als Intermezzo, no. 10
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Note: the text above is taken from stanzas 1-2,4,6 of the original text.
Heft 3 -- 3. Nachtlied
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Heft 3 -- 4. Der Knabe mit dem Wunderhorn
Ich bin ein lust'ger Geselle, Wer könnte auf Erden fröhlicher sein! Mein Rößlein so helle, so helle, Das trägt mich mit Windesschnelle In's blühende Leben hinein! -- Trara! In's blühende Leben hinein. Es tönet an meinem Munde Ein silbernes Horn von süßem Schall, Es tönt wohl so manche Stunde, Von Fels und Wald in der Runde Antwortet der Widerhall! -- Trara! Antwortet der Widerhall. Und komm ich zu festlichen Tänzen, Zu Scherz und Spiel im sonnigen Wald, Wo schmachtende Augen mir glänzen Und Blumen den Becher bekränzen, Da schwing ich vom Roß mich alsbald -- Trara! Da schwing ich vom Roß mich alsbald. Süß lockt die Gitarre zum Reigen, Ich küsse die Mädchen, ich trinke den Wein; Doch will hinter blühenden Zweigen Die purpurne Sonne sich neigen, Da muß es geschieden sein -- Trara! Da muß es geschieden sein. Es zieht mich hinaus in die Ferne; Ich gebe dem flüchtigen Rosse den Sporn. Ade! Wohl blieb ich noch gerne, Doch winken schon andre Sterne, Und grüssend vertönet das Horn -- Trara! Und grüssend vertönet das Horn.
Text Authorship:
- by Emanuel Geibel (1815 - 1884), "Der Knabe mit dem Wunderhorn", appears in Jugendgedichte, in 1. Erstes Buch, in Lübeck und Bonn
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- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) (Lidy van Noordenburg) , copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Emily Ezust) , no title, copyright ©
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
- ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
Heft 3 -- 5. Das Glück
Es ist das Glück ein flüchtig Ding, Und war's zu allen Tagen; Und jagtest du um der Erde Ring, Du möchtest es nicht erjagen. Leg' lieber dich ins Gras voll Duft Und singe deine Lieder; Plötzlich vielleicht aus blauer Luft Fällt es auf dich hernieder. Dann aber pack' es und halt' es fest Und plaudre nicht viel dazwischen; Wenn du zu lang' es warten läßt, Möcht' es dir wieder entwischen.
Text Authorship:
- by Emanuel Geibel (1815 - 1884), no title, appears in Jugendgedichte, in 1. Erstes Buch, in Lieder als Intermezzo, no. 34
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- ENG English [singable] (John Bernhoff) , "Luck"
Heft 3 -- 6. Lebenslust
Und gestern Noth und heute Wein Das ist's, was mir gefällt; Und morgen ein Roß, ein schnelles Roß, Zu reiten durch die Welt. Vergang'nes Leid ist kaum ein Leid, Und süß ist Jubel im Haus, Und dazu ein Blick, ein heller Blick In lust'ge Zeit hinaus. Die Welt ist jetzt so frühlingsgrün Und hat der Blumen so viel, Hat Mägdlein schön wohl nah' und fern, Und klingend Saitenspiel. Und bist du nur der rechte Mann, Und greifest fröhlich drein, So Roß als Maid, so Lieb' als Lied Ist Alles, Alles dein. Drum gestern Noth und heute Wein, Das ist's, was mir gefällt, Und morgen zu Roß, wohl hoch zu Roß Reit' ich in alle Welt.
Text Authorship:
- by Emanuel Geibel (1815 - 1884), no title, appears in Jugendgedichte, in 1. Erstes Buch, in Lieder als Intermezzo, no. 35
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- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission