by Ludwig Anzengruber (1839 - 1889)
Was ist es mit dem Leben
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Language: German (Deutsch)
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I. Was ist es mit dem Leben Doch für 'ne arge Not, Muß leiden und muß sterben Zuletzt den bittern Tod. Kam ich doch auf die Erden Ganz ohne Wunsch und Will', Ich weiß es nicht von wannen, Und kenn' nicht Zweck noch Ziel. Es tritt die bunten Auen Nur einmal unser Fuß, Für kurze Zeit nur tauschen Wir Händedruck und Gruß. Und was uns auch von Freuden Und Leiden zugewandt, Das mehret und das mindert Sich unter Menschenhand. Drum lasset uns in Freundschaft Einander recht verstehn Die kurze Strecke Weges, Die wir zusammen gehn. II. Wie vieler deiner Freuden Hab' ich umsonst geharrt, Wie wenig deiner Leiden Hast du mir, Welt, erspart! Die einen wie die andern Ich hätt' sie gern gemißt, Weil doch ein planlos' Wandern Das arme Leben ist. Und ruhen wir am Ziele Im tiefen Erdenschoß, Dann gleichen ihre Spiele, Wer darbte, wer genoß. Verderbet nicht den einen Der Freuden frohen Schein Und seht ihr andre weinen, Verschärfet nicht die Pein. Daß keine wehmutreiche Erinn'rung euch betrübt, Und man an euch die gleiche Geduld und Treue übt!
G. Lazarus sets stanzas 1-5
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View text with all available footnotesConfirmed with Ludwig Anzengrubers Gesammelte Werke in zehn Bänden, Dritte durchgesehene Auflage, Fünfter Band (Inhalt: Kalendergeschichten – Gedichte und Aphorismen), Stuttgart: Verlag der J.G. Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger, 1897, pages 257-259.
Text Authorship:
- by Ludwig Anzengruber (1839 - 1889), "Volksweise", written 1882, appears in Gedichte und Aphorismen, in Alte Weisen [author's text checked 2 times against a primary source]
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