by Johann Georg Jacobi (1740 - 1814)
Wälze dich hinweg, du wildes Feuer!
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Wälze dich hinweg, du wildes Feuer! Meine Saiten hat ein Gott gekrönt, Er, mit welchem jedes Ungeheuer, Und vielleicht die Hölle sich versöhnt. Meine Saiten stimmte seine Rechte: Fürchterliche Schatten, flieht! Und ihr winselnden Bewohner dieser Nächte, Horchet auf mein Lied! Von der Erde, wo die Sonne leuchtet, Und der stille Mond; Wo der Thau das junge Mooß befeuchtet, Wo Gesang im grünen Felde wohnt; Aus der Menschen süßem Vaterlande, Wo der Himmel euch so frohe Blicke gab, Ziehen mich die schönsten Bande, Ziehet mich die Liebe selbst herab. Meine Klage tönt in eure Klage: Weit von hier geflohen ist das Glück; Aber denkt an jene Tage, Schaut in jene Welt zurück. Wenn ihr da nur einen Leidenden umarmtet; O so fühlt die Wollust noch einmal, Und der Augenblick, in dem ihr euch erbarmtet, Lindre diese lange Quaal. O ich sehe Thränen fließen; Durch die Finsternisse bricht Nun ein Strahl von Hoffnung; ewig büßen Lassen euch die guten Götter nicht! Götter, die für euch die Erde schufen, Werden, aus der tiefen Nacht, Euch in selige Gefilde rufen, Wo die Tugend unter Rosen lacht.
About the headline (FAQ)
View text with all available footnotesConfirmed with Sämtliche Werke, von Johann Georg Jacobi. Dritter Theil. Mit gnädigstem Privilegio. Halberstadt, bey Johann Heinrich Gros, Königl. Preuß. privilegierten Buchhändler. 1774, pages 262-263; with Musen-Almanach A. MDCCLXXI [1771] Göttingen, bey J. C. Dieterich, pages 163-165; and with Gedichte von Johann Georg Jacobi. Erster Theil. Wien, 1816. Bey Ch. Kaulfuß & C. Armbruster (Meisterwerke deutscher Dichter und Prosaisten. Sechzehntes Bändchen), pages 75-76.
Text Authorship:
- by Johann Georg Jacobi (1740 - 1814), "Lied des Orpheus, als er in die Hölle gieng", first published 1771 [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Peter Rastl [Guest Editor]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 32
Word count: 186