by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758 - 1818)
Abends unter der Linde
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Language: German (Deutsch)
Woher, o namenloses Sehnen, Das den beklemmten Busen preßt? Woher, ihr bittersüßen Thränen, Die ihr das Auge dämmernd näßt? O Abendroth, o Mondenblitz, Flimmt blasser um den Lindensitz! Es säuselt in dem Laub der Linde; Es flistert im Akazienstrauch. Mir schmeichelt süß, mir schmeichelt linde Des grauen Abends lauer Hauch. Es spricht um mich, wie Geistergruß; Es weht mich an, wie Engelkuß. Es glänzt, es glänzt im Nachtgefilde, Der Linde graue Scheitel bebt - Verklärte himmlische Gebilde, Seyd ihr es, die ihr mich umschwebt? Ich fühle eures Athems Kuß, O Julie! o Emilius! Bleibt Sel'ge, bleibt in eurem Eden! Des Lebens Hauch bläst schwer und schwül Durch stumme leichenvolle Öden. Elysium ist mild und kühl. Elysium ist wonnevoll - Fahrt wohl, ihr Trauten! fahret wohl!
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Research team for this page: Richard Morris , Peter Rastl [Guest Editor]
Confirmed with L. T. Kosegarten's Poesieen, Neueste Auflage, Dritter Band, Berlin 1803, pages 201-202. This is the source used by Schubert. Kosegarten's poem is slightly different in later editions (see below).
Note: a 2016 Muzibook Publishing edition of Schubert songs has a typo ("leidenvolle") in line 4-3.
Text Authorship:
- by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758 - 1818), "Abends unter der Linde" [author's text checked 2 times against a primary source]
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