by Johann Timotheus Hermes (1738 - 1821)
Translation © by Guy Laffaille

Weckst du mich zum neuen Jammer
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG FRE
   Weckst du mich zum neuen Jammer,
Tag? den meine Sehnsucht rief,
als in meiner kleinen Kammer
Weib und Säugling ruhig schlief?
Trefft nur Mich, ihr neuen Sorgen!
[Schont noch meines]1 Weibes Herz,
Wek sie spät, qualvoller Morgen,
ach! ihr letzter Blick war Schmerz!
 
   Ruh nur sanft! die Qual des Lebens,
Säugling! trift dich nie zu spät!
Du [wirsts]2 fühlen, wie vergebens
meine Wehmut für dich fleht.
Bald fällt deine nackten Glieder
jedes Wetter grausam an!
bald quält dich der Hunger wieder,
den mein Weib nicht stillen kan!
 
   Schlummre, Freundin meiner Jugend,
fühl die Noth nicht, die mich schrekt;
sie ist da, weil Fleis und Tugend
[uns]3 nicht mehr, wie vormals, dekt! --
Ich kan Kind und Weib nicht retten!
"Gott der Gnaden, das kanst du.
"mach sie glücklich; und zieh Ketten,
"die Mich drücken, vester zu!
 
   "Ich will still auf rauhen Wegen
"des gewohnten Jammers gehn,
"und auch heut um Brod und Segen
"für mein Kind und Weib [dir]4 flehn."--
Sie erwachen! -- O dein Scherzen,
Säugling! wie durchdringt es mich! --
Diese allertiefsten Schmerzen
warlich, Herr, sie jammern dich.

About the headline (FAQ)

View original text (without footnotes)

Confirmed with Sophiens Reise von Memel nach Sachsen, Fünfter Band, Leipzig: bey Johann Friedrich Junius, 1778, pages 416-417

1 von Paradis: "Schonet doch des"
2 von Paradis: "wirst"
3 von Paradis: "mich"
4 von Paradis: "dich"

The text in the Paradis score had many punctuation and spelling differences. It is included below.

   Weckst du mich zum neuen Jammer,
Tag? den meine Sehnsucht rief,
Als in meiner kleinen Kammer
Weib und Säugling ruhig schlief?
Treft nur mich, ihr neuen Sorgen!
Schonet doch des Weibes Herz,
Weck sie spät, quaalvoller Morgen,
Ach! ihr letzter Blick war Schmerz.
 
   Ruh nur sanft; die Qual des Lebens,
Säugling! trift dich nie zu spät;
Du wirst fühlen, wie vergebens
Meine Wehmuth für dich fleht.
Bald fällt deine nackten Glieder
Jedes Wetter grausam an,
Bald quält dich der Hunger wieder,
Den mein Weib nicht stillen kann.
 
   Schlummre, Freundin meiner Jugend,
Fühl die Noth nicht, die mich schreckt,
Sie ist da, weil Fleiss und Tugend
Mich nicht mehr, wie vormals, deckt;
Ich kann Kind und Weib nicht retten,
Gott der Gnaden, das kannst du,
Mach sie glücklich; und zieh Ketten,
Die Mich drücken, fester zu.
 
   Ich will still auf rauhen Wegen
Des gewohnten Jammers gehn,
Und auch heut um Brod und Segen
Für mein Kind und Weib dich flehn.
Sie erwachen -- o dein Scherzen
Säugling, wie durchdringt es mich,
Diese allertiefsten Schmerzen
Warlich, Herr, sie jammern dich.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission


Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

Text added to the website between May 1995 and September 2003.
Last modified: 2016-06-08 09:47:37
Line count: 32
Word count: 178

M'éveilles‑tu pour une nouvelle détresse
Language: French (Français)  after the German (Deutsch) 
  M'éveilles-tu pour une nouvelle détresse,
Jour ? Que mon désir soit proclamé
Quand dans ma petite chambre
Ma femme et mon enfant dorment paisiblement ?
Vous, nouveaux soucis, tombez seulement sur moi,
Épargnez donc le cœur de ma femme,
Éveille-la plus tard, matin angoissant,
Ah, son dernier regard était plein de douleur !

  Repose seulement doucement ! la douleur de la vie,
Mon enfant, ne viendra jamais trop tard sur toi !
Tu sentiras combien en vain
Ma mélancolie implore pour toi.
Bientôt sur tes membres nus tomberont
Toutes sortes de temps horribles !
Bientôt la faim te tortureras,
Et ta mère ne pourra pas calmer !

  Dors, bien-aimée de ma jeunesse,
Ne ressens pas la détresse qui m'effraie ;
Elle est là parce que la diligence et la vertu
Ne nous protègent plus comme autrefois ! --
Je ne peux pas sauver mon enfant et ma femme !
« Dieu de pitié, tu le peux.
fais qu'ils soient heureux ; et que les chaînes
Qui m'oppressent soient plus fermes ! » (vester -> fester)

  « Tranquillement sur les rude chemins
De la misère habituelle je marcherai,
Et aujourd'hui aussi j'implore du pain et des bénédictions
Pour mon enfant et ma femme. » --
Ils sont réveillés ! -- Oh, ton badinage,
Enfant ! Comme il me traverse ! --
Ces douleurs profondes,
Vraiment, Seigneur, elles te font pitié. »

About the headline (FAQ)

Translation of title "Morgenlied eines armen Mannes" = "Chant du matin d'un pauvre homme"

Authorship

  • Translation from German (Deutsch) to French (Français) copyright © 2016 by Guy Laffaille, (re)printed on this website with kind permission. To reprint and distribute this author's work for concert programs, CD booklets, etc., you may ask the copyright-holder(s) directly or ask us; we are authorized to grant permission on their behalf. Please provide the translator's name when contacting us.
    Contact: 

Based on

 

Text added to the website: 2016-11-06 00:00:00
Last modified: 2016-11-06 17:00:03
Line count: 32
Word count: 227