by Wilhelm Müller (1794 - 1827)

Liebesgedanken
Language: German (Deutsch) 
Je höher die Glocke, 
Je heller der Klang:
Je ferner das Mädchen,
Je lieber der Gang.

Der Frühling will kommen, 
O Frühling, meine Freud'!
[Nun]1 mach' ich [meine Schuhe]2 
Zum Wandern bereit.

Wohlauf durch die Wälder, 
Wo die Nachtigall singt!
Wohlauf durch die Berge, 
Wo's [Gemsböcklein springt]3!

Zwei schneeweiße Täubchen,
Die fliegen voraus,
Und setzen sich schnäbelnd 
Auf der Hirtin ihr Haus.

Ei bist du schon munter,
Und bist schon so blank?
Gott grüss dich, schön's [Dirnel]4!
Ach, der Winter war lang!

Zwei Augen wie Kirschkern',
Die Zähne schneeweiß, 
Die Wangen wie Röslein 
Betracht' ich mit Fleiß.

Ein Mieder von Scharlach, 
Ganz funkelnagelneu, 
Und unter dem Mieder 
Ein Herzlein so treu!

Und ihr Lippen, ihr Lippen, 
Wie preis' ich denn euch? 
So wie ich will sprechen, 
So küßt ihr mich gleich!

Ei Winter, ei Winter,
Bist immer noch hier? 
So darf ich doch wandern 
In Gedanken zu ihr.

Auf Siebenmeilenstiefeln 
Geht's flink von der Stell',
Auf Liebesgedanken 
Geht's siebenmal so schnell.

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Confirmed with Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten. Herausgegeben von Wilhelm Müller. Zweites Bändchen. Deßau 1824. Bei Christian Georg Ackermann, pages 122-124; and with Urania. Taschenbuch auf das Jahr 1822. Neue Folge, vierter Jahrgang. Leipzig: F. A. Brockhaus. 1822, pages 422-423.

1 Loewe: "I nun"
2 Schubert: "mich fertig"
3 Loewe: "Hifthorn erklingt"
4 Loewe: "Dirnchen"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Settings in other languages, adaptations, or excerpts:

  • Also set in German (Deutsch), [adaptation] ; composed by Franz Peter Schubert.

Other available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):


Research team for this text: John H. Campbell , Peter Rastl [Guest Editor]

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 40
Word count: 161