by Juan del Encina (1468 - 1529?)
Translation by Paul Heyse (1830 - 1914)

Keiner soll die Thür verriegeln
Language: German (Deutsch)  after the Spanish (Español) 
Keiner soll die Thür verriegeln,
Kommt die Lieb' und klopfet an,
Weil hier doch nichts frommen kann.

Ruft die Liebe nur von weiten,
Flink gehorche dem Gebot,
Und so mach nur aus der Noth
Eine Tugend noch bei Zeiten.
Laß dein thörig Widerstreiten,
Dein Verriegeln, klopft sie an,
Weil hier doch nichts frommen kann.

Liebe wandelt deine Sinnen,
Deines Lebens Sitt' und Brauch;
Doch sie eint die Seelen auch,
Wo sich Zwei in Treue minnen.
Ihren Nöthen zu entrinnen,
Müht umsonst sich Jedermann,
Weil hier doch nichts frommen kann.

Wem die echte Lieb' erwachte,
Schlaflos ist er immerdar.
Kühn wird, wer da feige war,
Höfisch wird der Ungeschlachte.
Wen sie zum Gefangnen machte,
Füge sich in ihren Bann,
Weil hier doch nichts frommen kann.

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Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2009-02-28
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