by Christoph August Tiedge (1752 - 1841)

Alles ruht. Wie abgeschieden
Language: German (Deutsch) 
  Alles ruht.  Wie abgeschieden,
Abgelöst ist jedes Joch;
Selbst der Gram entschlief in Frieden;
Meine Liebe, wachst du noch?
Höre meinen letzten Laut,
Der sich nur der Nacht vertraut.
 
  Töne leiser, dunkle Grille,
Dort in deinem Gartenhain!
Um ihr Fenster [weht]1 die Stille,
Ruhig ist ihr Kämmerlein.
Störe du, mein Lautenton,
[Ida nicht!]2 sie schlummert schon.
 
  Um die nahe Kirchhofsmauer
Wandeln, wie die Sage spricht,
Nächtlich düstre Geisterschauer;
Doch die Liebe fürchtet nicht.
Auch beseelt der Raum mit Muth,
Wo die sanfte Unschuld ruht.
 
  Stummer wird's und immer stummer.
Lüftchen, wecke sie nicht auf,
[Bringest]3 du zu ihrem Schlummer
Meines Liedes Ton hinauf!
Er verwandle dann vor ihr
Sich in einen Traum von mir!

J. Rheinberger sets stanzas 1-2, 4

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Confirmed with C.A. Tiedge's Werke, herausgegeben von A.G. Eberhard, Neue Auflage, Fünftes Bändchen, Halle: in der Rengerschen Verlags-Buchhandlung, 1827, pages 158-159

1 Rheinberger: "wehet"
2 Rheinberger: "Störe sie nicht!"
3 Rheinberger: "trage"
Note: sometimes published with a different woman's name (e.g., Ida instead of Dora)

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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