Wann, o Schicksal, wann wird endlich
Language: German (Deutsch) 
Wann, o Schicksal, wann wird endlich
Mir mein letzter Wunsch gewährt?
Nur ein Hüttchen, still und ländlich,
Nur ein kleiner, eigner Herd.
Und ein Freund, bewährt und weise,
Freiheit, Heiterkeit und Ruh.
Ach! und sie!, das seufz' ich leise,
Zur Gefährtin sie dazu.

Wenn ich noch ein Gärtchen hätte,
Bauten wir's mit eig'ner Hand,
Statt geschorener Boskette
Und der Hagenbuchenwand
Dämmert uns ein Dach von Latten,
Dicht mit Rebengrün bedeckt,
Tief im Silbertannenschatten
Vor des Neides Blick versteckt.

Statt Kanal und Gartenteiche
Nur ein Röhrenbrunnentrog.
Statt Altan und Taxussträuche
Früchte, die ich selbst erzog.
Durch ein Gatter, nur von Pfählen,
Durch den Vorhof, eng und klein,
Eilt ich, statt nach Marmorsälen,
In ihr trautes Kämmerlein.

Bei der heitern Morgenfrische
Hörten wir im Buchenhain
Dort am Wasser im Gebüsche
Nachtigallenmelodein.
Auch begänne sie Gesänge,
Wäre Philomel' entflohn,
Und in meine Seele dränge
Tiefer noch ihr sanfter Ton.

Unterm Strauch voll Hagerosen,
Auf dem rotbeblümten Klee
Könnten wir so traulich kosen,
Wie auf seid'nem Kanapee.
In dem Duft entblühter Bohnen
Unter Pappeln, hoch und schlank,
Bauten wir, trotz gold'nen Thronen
Eine kleine Bretterbank.

About the headline (FAQ)

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

Text added to the website: 2007-12-06 00:00:00
Last modified: 2014-06-16 10:02:09
Line count: 40
Word count: 181