by Friedrich Hölderlin (1770 - 1843)
Translation © by Dr. Anthony Krupp

In seiner Fülle ruhet der Herbsttag nun
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
In seiner Fülle ruhet der Herbsttag nun,
Geläutert ist die Traub und der Hain ist rot
Vom Obst, wenn schon der holden Blüten
Manche der Erde zum Danke fielen.

Und rings im Felde, wo ich den Pfad hinaus,
Den stillen, wandle, ist den Zufriedenen
Ihr Gut gereift und viel der frohen
Mühe gewähret der Reichtum ihnen.

Vom Himmel blicket zu den Geschäftigen
Durch ihre Bäume milde das Licht herab,
Die Freude teilend, denn es wuchs durch
Hände der Menschen allein die Frucht nicht.

Und leuchtest du, o Goldnes, auch mir, und wehst
Auch du mir wieder, Lüftchen, als segnetest
Du eine Freude mir, wie einst, und
Irrst, wie um Glückliche, mir am Busen?

Einst war ichs, doch wie Rosen, vergänglich war
Das fromme Leben, ach! und es mahnen noch,
Die blühend mir geblieben sind, die
Holden Gestirne zu oft mich dessen.

Beglückt, wer, ruhig liebend ein frommes Weib,
Am eignen Herd in rühmlicher Heimat lebt,
Es leuchtet über festem Boden
Schöner dem sicheren Mann sein Himmel.

Denn, wie die Pflanze, wurzelt auf eignem Grund
Sie nicht, verglüht die Seele des Sterblichen,
Der mit dem Tageslichte nur, ein
Armer, auf heiliger Erde wandelt.

Zu mächtig, ach! ihr himmlischen Höhen, zieht
Ihr mich empor, bei Stürmen, am heitern Tag
Fühl ich verzehrend euch im Busen
Wechseln, ihr wandelnden Götterkräfte.

Doch heute laß mich stille den trauten Pfad
Zum Haine gehn, dem golden die Wipfel schmückt
Sein sterbend Laub, und kränzt auch mir die
Stirne, ihr holden Erinnerungen!

Und daß mir auch, zu retten mein sterblich Herz,
Wie andern eine bleibende Stätte sei,
Und heimatlos die Seele mir nicht
Über das Leben hinweg sich sehne,

Sei du, Gesang, mein freundlich Asyl! sei du,
Beglückender! mit sorgender Liebe mir
Gepflegt, der Garten, wo ich, wandelnd
Unter den Blüten, den immerjungen,

In sichrer Einfalt wohne, wenn draußen mir
Mit ihren Wellen allen die mächtge Zeit,
Die Wandelbare, fern rauscht und die
Stillere Sonne mein Wirken fördert.

Ihr segnet gütig über den Sterblichen,
Ihr Himmelskräfte! jedem sein Eigentum,
O segnet meines auch, und daß zu
Frühe die Parze den Traum nicht ende.

H. Eisler sets stanzas 1, 2, 4, 9, 10 (lines 1-2), 11 (line 1)

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  • ENG English (Dr. Anthony Krupp) , title 1: "Refuge", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2005-02-20
Line count: 52
Word count: 346

Refuge
Language: English  after the German (Deutsch) 
At rest in fullness, calm lies the autumn day,
  The mellow grape is clear and the orchard red
    With fruit, though many treasured blossoms
      Long ago fell to the Earth in tribute.

And all around where now by the quiet path
  I cross the field, for satisfied men their crops
    Have ripened, and their riches grant them
      Hour after hour of rewarding labor.
 





And, golden light, for me will you also shine,
  And, breeze, once more for me waft, as though
    To bless a joy, and still around me wander,
  err.






      Blessed he with a worthy homeland and hearth.














 Today, though, let me walk the familiar path
  In silence to the copse that is crowned with gold
    Of dying leaves; and my brow also
      Garland with gold now, you recollections.
 
And that I may have, 
 as others, a sure retreat,



  You be my gracious refuge now, song.












Authorship

  • Translation from German (Deutsch) to English copyright © 2005 by Dr. Anthony Krupp, (re)printed on this website with kind permission. To reprint and distribute this author's work for concert programs, CD booklets, etc., you may ask the copyright-holder(s) directly or ask us; we are authorized to grant permission on their behalf. Please provide the translator's name when contacting us.
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