by Johann Gabriel Seidl (1804 - 1875)

Ständchen
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Zu des Mondes sanftem Schimmer
Schickt sich wohl ein sanftes Lied,
Das mit seinem Lichtgeflimmer
Still in offne Herzen zieht.
Wenn die Strahlen freundlich fallen
Auf des Liebchens Fensterlein,
Schleicht wohl auch des Liedes Schallen
Unbemerkt such mit hinein.

Licht und Klang soll sich vereinen
Zu der Liebe leisem Flehn,
Jenes hold ihr Haupt umscheinen,
Dieser mild ihr Ohr umwehn.
Wenn sie wacht, so zaubern leise
Licht und Klang ihr Auge zu
Und verwebt auf Winderweise 
Still mein Bild in ihre Ruh.

Wenn sie schläft, so rufen leise
Licht und Klang sie wieder wach,
Lock’ auf wunderbare Weise
Ihr Gefühl sich schmeicheld wach.
Lasse sie ergriffen lauschen,
Lasse sie den Vorhang ziehn,
Zweifelnd, ob die Strahlen rauschen,
Ob die Töne strahlend glühn.

Locke sie zum Fenster nieder,
Unter dem ihr Sänger steht,
Bis von treuen Mund hernieder
Ihm ein Gruß der Liebe weht.
Noch ein Griff dann in die Saiten,
Noch ein Klang mit voller Macht,
Noch ein stiller Wink von Weiten
Und dann gute, gute Nacht.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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  • ENG English (Laura Prichard) , "Serenade", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Laura Prichard [Guest Editor]

This text was added to the website: 2017-05-30
Line count: 32
Word count: 167