by Johann Gabriel Seidl (1804 - 1875)

Im grünen Wald ist große Ruh
Language: German (Deutsch) 
  Im grünen Wald ist große Ruh,
Ist unsichtbares Leben.
Ein leichtes Lüftchen haucht dazu,
Die jungen Blätter beben.
 
  Wohl nur das allerfeinste Ohr,
Wohl nur der Augen bestes,
Vernimmt den stillen Frühlingschor,
Erräth den Glanz des Festes.
 
  Und Orgelklang, man weiß nicht, wo?
Quillt feierlich entgegen,
Als ob die Sonnenstrahlen so
Durch's Laub hin klingend zögen.
 
  Und eines fernen Glöckleins Schall
Tönt durch die kühlen Gänge.
Als ob des Mai-Thaus Tropfenfall
Im Kelch des Walds erklänge.
 
  Und Aexteschall hallt niederwärts
Bald rasch, bald unterbrochen,
Als hörte man des Berges Herz
In Frühlingswallung pochen.

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Note: [sic] for the title.

Confirmed with Album deutscher Dichter, herausgegeben von H. Kletke, Berlin: Verlag von E.H. Schroeder, 1846, pages 11-12.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (John Troutbeck, Rev. Dr.) , "A forest scene"


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2015-08-12
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